Nach fünf Jahren ist Schluss. Der ehemalige Goldman-Sachs-Manager steht nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung. Zoellick wünscht sich einen Nachfolger aus einem Schwellenland.
Der Präsident der Weltbank, Robert Zoellick, tritt Ende Juni nach Ablauf seiner fünfjährigen Amtszeit zurück. Nach Angaben der Organisation verzichtet er auf eine neuerliche Periode an der Spitze des Hauses.
Zoellick habe den Wunsch geäußert, seine Position zur Verfügung zu stellen. Der frühere US-Politiker und Goldman-Sachs-Manager führt die Bank, die für 187 Länder arbeitet, seit Juli 2007 an.
Kernaufgabe der Einrichtung ist die Förderung armer, aufstrebender Länder. Insofern stellt das Schwesterinstitut des Internationalen Währungsfonds (IWF) die zentrale entwicklungspolitische Institution dar.
Die Führung der Weltbank liegt nach ungeschriebenen Gesetzen bei einem US-Amerikaner, während die IWF-Spitze traditionell von einem Europäer besetzt wird. Zoellick hatte diese Praxis zuletzt kritisiert.
Der Amerikaner sprach sich für einen Kandidaten aus einem Entwicklungsland aus. Zoellick rüttelt damit am traditionellen Machtgefüge der internationalen Finanzinstitutionen. Der Chefsessel der Weltbank wird seit ihrer Gründung 1944 von den USA besetzt, während der IWF traditionell von einem Europäer geführt wird. Seit dem Rücktritt des IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn pochen die großen Schwellenländer auf mehr Einfluss.
Mit Blick auf die Weltbank sagte Zoellick, über seine Nachfolge müssten deren Anteilseigner entscheiden. Er habe sich aber bemüht, verdiente Persönlichkeiten aus Entwicklungsländern an die Aufgabe des Präsidenten heranzuführen. Die aus Indonesien, Ägypten und Nigeria stammenden Mitglieder des Weltbank-Direktoriums seien alle drei für den Chefposten geeignet. Sri Mulyani Indrawati, Mahmoud Mohieldin und Ngozi Okonjo-Iweala seien "erstklassige Personen, die auf jeden Fall qualifiziert wären".
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