Der Film "Sex and the City" mag eine erste Hilfestellung sein - aber er ersetzt nicht das Buch "The Rules". Wer als Europäer ernsthaft in den USA flirten will, begibt sich auf eine Reise in ein anderes Universum - dessen Regeln und subtile Signale er nicht versteht.
Dabei wirkt alles auf den ersten Blickwechsel an der Bar hin so einfach. Sie schlägt die Augen auf und lächelt, er kommt rüber und bestellt die nächste Runde. Wie nett, denkt der unbefangene Europäer/ die unbefangene Europäerin, so einfach ist das zu Hause nicht.
Doch dann kommt das zweite Date. Sie gehen essen, er sucht das Restaurant aus. Die Tiefe ihres Ausschnittes sagt ihm, wie weit er gehen darf. Versuchen wird er es auf jeden Fall. Nun heißt es standhaft bleiben. "Beende das Date immer als erste", rät ihr "The Rules", und: "Sei ehrlich, aber mysteriös." Ein Kuss zum Abschied ist erlaubt, aber: "Übereile es nicht mit dem Sex". Es muss schließlich auch beim dritten Date noch etwas zu tun geben.
Wer alle drei Hürden genommen hat, sollte nicht meinen, die Paarwerdung sei vollzogen. Nun beginnt die Phase des "parallel dating" - eine lästige, aber wichtige Vorstufe zu der Aussprache, bei der er sie fragt: "Triffst du dich noch mit anderen Männern?" Und dann sagt: "Lass uns ab jetzt keine anderen Leute mehr daten." Es ist soweit: Von nun an ist es "exclusive".
Nicht verzweifeln, liebe Europäer. Lieber ein paar Regeln lernen, als gar nicht zum Zug zu kommen. Amerikanische Freunde in Deutschland kommen nämlich selten in die Verlegenheit, ihre Regeln anzuwenden. Die Chance, jemanden in einer Bar kennenzulernen, gehe in Berlin gegen Null, ist da zu hören. Und wie fänden die Deutschen einander eigentlich, wenn sie sich immer nur über den Tresen heimlich anstarrten? Die amerikanischen Freunde haben schon einen Ausdruck für dieses Phänomen. They call it the German stare.