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Merken   Drucken   18.11.2009, 19:12 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Thomas Klau - Welt ohne Führung  

Obamas China-Besuch besiegelt das Ende der US-Vormacht. Stärkere globale Entscheidungsgremien müssen das dadurch entstehende Vakuum füllen. von Thomas Klau 
Nach der kühlen Behandlung der Europäer folgt nun das weiche Auftreten gegenüber China. Bei seiner ersten Asienreise hat US-Präsident Barack Obama  nüchtern wie stets in seiner Außenpolitik die Konsequenz aus der Neuordnung des globalen Kräftefelds gezogen. Entsprechend den Wünschen der chinesischen Führung verschwand die Menschenrechtsrhetorik aus Obamas öffentlichen Äußerungen fast vollständig. Hinter verschlossenen Türen mag er zu einigen Themen wie dem Iran Forderungen gestellt haben; in der Öffentlichkeit wurde alles vermieden, was Amerika als Lehrmeister und China als Empfänger von Belehrungen erscheinen lassen könnte.
Obamas Chinabesuch war mehr als eine Episode. Er dokumentiert das wahrscheinlich definitive Ende eines historischen Kapitels, in dem die westliche Vormacht international als höchste Autorität über gutes Regieren und gutes Wirtschaften auftreten konnte, ohne damit mehr als den schwachen Widerspruch der vergleichsweise Erfolglosen zu ernten.

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  • Aus der FTD vom 19.11.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 23.11.2009 17:00:35 Uhr   Melanie Gatzke: Welt ohne Führung?

    Da sieht wohl der Westen seine Felle davonschwimmen. So geht es, wenn man nicht merkt, was wirklich los ist.
    Eine Weltregierung wird das Problem nicht lösen, da soll sich keiner Illusionen machen.
    So, wie der Westen die letzten 10 Jahre aufgetreten ist, wundert mich gar nichts. Sie fühlten sich als der Nabel der Welt und niemand sollte fremde Götter neben sich haben. Wer nicht ins Konzept passte, wurde niedergemacht.
    Jetzt wendet sich das Blatt, auch Dank des Übermuts einer gigantischen Verschuldung. Dachten die wirklich, es ginge immer so weiter?
    Wir dürfen gespannt sein, wie das weitergeht. In einem haben sie recht- die Tage der USA-Weltmacht sind gezählt. Sie haben ihr Pulver verschossen.
    Man kann nur hoffen, dass sie in ihrer nahenden Ohnmacht , die ihnen langsam bewußt wird, nicht blind um sich schlagen. Nach dem Motto, was wir nicht mehr an Führungsmacht haben, haben wir an Kampfkraft.
    War ja alles schon da, ausgeschlossen ist es nicht.
    Immerhin fangen da jetzt wohl einige an zu denken. leider viel zu spät, sie saßen zulange auf dem hohen Ross. Aber, das ist ja schon mal was ein Anfang die Lage zu begreifen..

  • 19.11.2009 14:03:41 Uhr   Strichnid: Plädoyer für eine Weltregierung
  • 19.11.2009 06:27:15 Uhr   Nordmann: kein Sieg der Demokratie
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