Teheran gibt sich im Atomstreit nach außen verhandlungsbereit - verweigert Inspektoren jedoch den Zugang zu einer verdächtigen Militäranlage. Die Experten der IAEA reisen ab.
Das Team der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA hat seinen Besuch im Iran nach zwei Tagen ohne Ergebnisse beendet. Das teilte die IAEA mit Sitz in Wien in der Nacht zum Mittwoch auf ihrer Internetseite mit. IAEA-Chef Yukiya Amano äußerte sich in der Mitteilung enttäuscht über den Verlauf der Gespräche: "Wir sind in einer konstruktiven Haltung herangegangen, aber es wurde keine Einigung erzielt."
Bei diesem zweiten Besuch des Expertenteams unter Leitung von Chefinspektor Herman Nackaerts wie auch bei einer ersten Visite Ende Januar hatte die IAEA nach eigenen Angaben Zugang zum militärischen Bereich Parchin südöstlich von Teheran verlangt, wo möglicherweise Versuche mit nuklearen Raketensprengköpfen simuliert worden seien.
Die iranische Regierung habe einen Besuch jedoch nicht zugelassen, teilte die IAEA mit. In der weitläufigen Militäranlage soll sich ein verdächtiger Metallbehälter befinden, in dem laut einem IAEA-Bericht solche Test durchgeführt worden sein könnten.
Weiter habe es intensive Bemühungen gegeben, ein Dokument zu erarbeiten, das die Aufklärung ungelöster Themen im Zusammenhang mit Irans Atomprogramm und dessen möglicher militärischer Dimension erleichtert hätte. "Leider wurde über dieses Dokument keine Einigung erzielt", heißt es in der Erklärung.
Das Expertenteam sollte in Teheran Möglichkeiten für eine diplomatische Lösung des Atomstreits ausloten und Zusagen für künftige Treffen und konkrete Überprüfungen einholen. Der Westen verdächtigt die iranischen Regierung, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie ein Atomwaffenprogramm zu betreiben, und hat umfangreiche Sanktionen gegen das Land verhängt. Teheran bestreitet die Vorwürfe und lehnt auch die Forderung nach einem sofortigen Stopp der Urananreicherung strikt ab.
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