Unterdessen macht in Kopenhagen der Verdacht die Runde, dass der Ausgang von den wichtigsten Regierungschefs fernab der Weltklimakonferenz bereits abgemacht wurde - bei den Feiern zum Mauerfall am 9. November in Berlin. "Der Deal steht schon längst", sagte der renommierte Klimawissenschaftler Hermann Ott der FTD. Das habe er von führenden Klimadiplomaten erfahren. "Die tun hier nur noch so, als ob sie verhandeln." Ott rechnet damit, dass die Verhandlungen erst mit einem lauten Knall scheitern, bevor dann in der Schlussphase ein bereits vorbereiteter Entwurf "aus dem Hut gezaubert" werde.
Inhaltlicher Kernpunkt der Abmachung sei eine Verpflichtung der Industriestaaten, ihre CO2-Emissionen bis 2020 um 24 Prozent zu senken. Berücksichtige man die Schlupflöcher durch die Anrechnung des Waldschutzes oder überschüssiger Emissionsrechte, liege die Senkung real nur bei 10 Prozent im Vergleich zu 1990, so Ott. Nötig wären aus Sicht der Wissenschaft mindestens 25, eher 40 Prozent, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.
Die Schwellenländer müssten sich zunächst nicht international binden. Daher könnten sie sich dem kaum entziehen. "Es wird ein Ergebnis geben, aber in der Sache wird der Gipfel scheitern", sagte Ott. Der "finale Deal" werde auf 2011 vertagt.