Kopf des Tages:Terry Jones - Zündelnder Koran-Hasser
Bislang war Terry Jones nur ein unbedeutender Provinzprediger. Am Samstag will er den Koran verbrennen - und löst damit weltweit Empörung aus. In Köln hatte der Islamhasser schon vor Jahren offenbart, was ihn antreibt. von Zacharias Zacharakis
Terry Jones hat sich als Frau verkleidet. Er steht auf einem Balkon und krakeelt den Massen zu: "Brian ist nicht der Messias!" Damals, 1979, verletzte derlei die religiösen Gefühle zahlloser Christen. Das Mitglied der weltberühmten britischen Komikergruppe Monty Python spielte in dem Film "Das Leben des Brian" die Mutter des vermeintlichen Erlösers.
Terry Jones
Sein amerikanischer Namensvetter hat eine Kampagne gestartet, die Gefühle von Millionen Muslimen zu schmähen - indes auf gänzlich humorlose Art. Terry Jones, früherer Hotelmanager und evangelikaler Pastor einer kleinen Gemeinde in der Stadt Gainesville im Bundesstaat Florida, sorgt seit Wochen weltweit mit seiner Hetze gegen den Islam für Empörung. Anfang August erschien sein Buch "Der Islam ist Werk des Teufels". Im Onlineshop der Gemeinde gibt es entsprechende Tassen und T-Shirts. Nun geht Jones noch einen Schritt weiter und will am Jahrestag der Anschläge vom 11. September öffentlichkeitswirksam den Koran verbrennen.
"Es ist die Mission des Islam, die Welt zu beherrschen, die Regierung und die Verfassung der USA außer Kraft zu setzen. Dagegen wollen wir ein Zeichen setzen", sagte der 58-Jährige kürzlich im US-Fernsehen. Der Mann mit dem markanten grauen Schnauzer und der breiten Nase warnt dabei immer wieder vor einer ähnlichen Entwicklung wie in Europa: "Man kann die Früchte des Islam sehen etwa in den Problemen, die England, Deutschland und Holland damit haben."
Jones meint dabei genau zu wissen, wovon er spricht. Schließlich hatte er in Köln eine freikirchliche Glaubensgemeinschaft gegründet - angeblich, nachdem er ein Zeichen Gottes erhalten hatte. 2002 verurteilte ihn allerdings das Kölner Amtsgericht zu 3000 Euro Geldstrafe, weil er einen falschen Doktortitel getragen hatte. Die Gemeinde verließ er 2008 nach einem Streit über finanzielle Unregelmäßigkeiten. Jones habe als Pastor nicht die biblischen Maßstäbe und Werte nach außen getragen, sondern vielmehr sich selbst als Persönlichkeit, sagt Stephan Baar, zweiter Vorsitzender der "Christlichen Gemeinde Köln".
Von der geplanten Verbrennungsaktion hat sich die deutsche Glaubensgemeinschaft bereits distanziert. US-Außenministerin Hillary Clinton und der Vatikan haben sie scharf verurteilt. Der Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, David Petraeus, hatte in TV-Interviews gewarnt, dass die Aktion Anschläge gegen US-Soldaten provozieren könnte. In Indonesien und Afghanistan gab es bereits wütende Demonstrationen.
Jones lässt das kalt. Er werde sich nicht von der Aktion abbringen lassen, glaubt Stephan Baar. "Den Geist, den Jones anklagt, bringt er selbst - diese Gewaltbereitschaft, diesen Fanatismus." Stoppen können die Behörden ihn nicht. Gotteslästerung ist in den USA durch das Recht auf Meinungsfreiheit geschützt.
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