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Merken   Drucken   08.09.2009, 14:02 Schriftgröße: AAA

Kraftakt: So macht Obama Geschichte  

Kommentar Der US-Präsident muss seine Gesundheitsreform rücksichtslos durch den Kongress peitschen. Seine Vorgänger Lincoln und Johnson machten vor, wie man für Mammutprojekte kämpft. von David Francis
Bei kaum einem anderen amerikanischen Präsidenten sind die Umfragewerte so schnell so stark gesunken wie bei Barack Obama . Als er im Januar sein Amt antrat, war Obama der Ansicht, die Amerikaner hätten ihm den Auftrag zu umfassendem Wandel erteilt. Mittlerweile ist klar, dass er sich getäuscht hat.
Nach nur wenigen Monaten im Amt hat sich die Aufregung um Obama gelegt, und stattdessen sind die zahlreichen Rückschläge des neuen Präsidenten in den Mittelpunkt gerückt. Der Truppenabzug der USA aus dem Irak hat dort zu zunehmender Gewalt geführt. Der Krieg in Afghanistan dauert nicht nur an, sein Ende ist sogar weniger absehbar denn je, und das westliche Bündnis erscheint immer brüchiger. Selbst wenn Obama eine Rede vor amerikanischen Studenten hält, geht das nicht ohne Streit ab: Kritiker monieren, der Präsident versuche, der amerikanischen Jugend seine liberale Ideologie aufzuzwingen.
Rhetorik statt Erklärungen
Nichts aber hat Obama mehr geschadet als der Plan für eine Gesundheitsreform. Dieses Unterfangen war von vornherein zum Scheitern verurteilt. Einzelheiten zu seiner Vision für Amerikas Gesundheitswesen hat der US-Präsident nie dargelegt. Er beschränkte sich auf die einfache Feststellung, das amerikanische System sei kaputt und müsse repariert werden. Dabei verließ er sich darauf, dass seine beeindruckenden rhetorischen Fähigkeiten ausreichen würden, die amerikanische Öffentlichkeit von der Notwendigkeit der Reform - und den über 1000 Mrd. $ an Kosten, die dafür anfallen würden - zu überzeugen. Damit ist er gescheitert.

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  • FTD.de, 08.09.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 08.09.2009 22:33:54 Uhr   Carlos Norberto: So macht Obama Geschichte

    Mit Ihrem Artikel gehen Sie davon aus, dass die Amerikaner Obama gewaehlt haetten, weil sie Obama wollten. Das ist falsch. Richtig ist, sie haben Obama gewaehlt, weil sie einen grundlegenden Wechsel wollten. Genau wie damals bei Carter. Man wollte weg von den verlogenen Gaunereien des Nixon und waehlte Carter. In der Gegenwart hatte man die Luegen des Bush jr. satt, die Amerikaner haetten auch Liz Taylor in das Weisse Haus gewaehlt, wenn sie nur versprochen haette, ehrlich zu sein.

    Seit ich denken kann, haben demokratische Praesidenten das Land, und die westliche Welt, noch nie weitergebracht.

    Kennedy mit seiner Naehe zum organisierten Verbrechen, mit seinen Frauengeschichten, hat den unseligen Vietnamkrieg begonnen, und war halbherzig und feige in der Schweinebucht.

    Johnson trieb den Vietnamkrieg in die Katastophe, nennenswerte Verdienste, die nicht auch jeder andere Praesident errungen haette, weil die Zeiten reif waren, kann ich bei Johnson nicht sehen.

    Der Erdnusspfluecker aus dem Sueden, der heute weltweit mit seiner Senilitaet kokettiert, offenbarte seine umfassende Unfaehigkeit in der Teherankrise.

    Clinton konnte nicht einmal seinen Schniedel kontrollieren und belog das ganze Volk, seine Familie, alle.

    Und jetzt Obama.

    Als Obama gewaehlt war, fiehl mir eine Anekdote aus der Nixon-Zeit ein:

    Willy Brandt und Egon Bahr, noch vor der Brandt-Wahl, besuchten Nixon und Kissinger im Weissen Haus. Als sie wieder gegangen waren, sagte Nixon zu Kissinger: Mein Gott, wie jaemmerlich muss es um Deutschland stehen, wenn diese beiden Figuren deren Hoffnungstraeger sind.

    Vergessen wir doch bitte eines nicht: Manchmal werden Politiker nicht gewaehlt, weil sie besonders qualifiziert sind, sondern weil die Gegenkandidaten besonders schwach sind.

    So war es bei Brandt, und so war es bei Obama.

  • 08.09.2009 22:15:14 Uhr   Thomas_Flensburg: Die Gesundheitsreform
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