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Merken   Drucken   05.01.2012, 12:08 Schriftgröße: AAA

Kürzung der Rüstungsausgaben: USA planen Abkehr von Zwei-Kriege-Strategie

Die USA müssen bei den Streitkräften sparen: Das Pentagon gibt die Zwei-Kriege-Strategie auf und verringert die weltweite Militärpräsenz. Die Kürzungen treffen insbesondere die Rüstungsindustrie.
© Bild: 2010 AP
Die USA müssen bei den Streitkräften sparen: Das Pentagon gibt die Zwei-Kriege-Strategie auf und verringert die weltweite Militärpräsenz. Die Kürzungen treffen insbesondere die Rüstungsindustrie.
Wegen der massiven Sparzwänge plant die US-Regierung eine umfangreiche Neuausrichtung der Streitkräfte. Die überarbeitete Verteidigungsstrategie sieht nach Angaben aus Regierungskreisen vor, dass sich die Armee von ihrem Ziel verabschiedet, zwei Kriege gleichzeitig führen und gewinnen zu können. Zudem sollen die Militärpräsenz in Europa verringert und milliardenschwere Rüstungsaufträge verschoben werden. US-Verteidigungsminister Leon Panetta wird die neue Strategie am Donnerstag zusammen mit dem Chef der Streitkräfte, Martin Dempsey, vorstellen. Die Pläne dürften den Haushaltsstreit zwischen Demokraten und Republikaner mitten im Wahlkampf weiter anheizen.
Besonders umstritten könnte das Ziel sein, die Fähigkeiten der Streitkräfte so zu verringern, dass die USA in Zukunft nur noch einen großen Krieg führen können. Stattdessen sollen die Streitkräfte in die Lage versetzt werden, feindlichen Plänen eines weiteren Gegners so zu begegnen, dass es erst gar nicht zu einem zweiten Großkonflikt kommen kann, sagte ein Regierungsmitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters. Ein weiterer Bestandteil der neuen Strategie sei, die Anzahl der Brigaden in Europa von drei auf zwei zu verringern, sagte ein anderer Regierungsvertreter. Ob damit auch US-Standorte in Deutschland auf der Kippe stehen, blieb zunächst unklar. Eine Kampftruppenbrigade besteht in der Regel aus 3000 bis 4000 Soldaten.
Das US-Präsidialamt und das Verteidigungsministerium lehnten eine Stellungnahme zu den Plänen ab und verwiesen auf die Pressekonferenz am Donnerstag. Ein Regierungssprecher sagte lediglich, US-Präsident Barack Obama  sei in die Ausarbeitung der neuen Verteidigungsstrategie eng eingebunden gewesen und habe darüber regelmäßig mit Panetta sowie ranghohen Militärs beraten. Das Ergebnis trage der Tatsache Rechnung, dass "wir nach zehn Jahren im Krieg an einem Wendepunkt angelangt sind mit neuen Herausforderungen und Möglichkeiten, die eine Neuausrichtung unserer Verteidigungsziele verlangt", sagte der Sprecher.
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Die Überarbeitung der Verteidigungsziele war im vergangenen Jahr noch von Panettas Vorgänger Robert Gates  in Auftrag gegeben worden. Damals hatte Obama dem Verteidigungsministerium die Vorgabe gemacht, in den nächsten zwölf Jahren rund 400 Mrd. Dollar einzusparen. Auch die Rüstungsindustrie werde von den Kürzungen nicht verschont bleiben, sagte ein Regierungsmitglied. So werde Panetta bekanntgeben, dass die Armee bestimmte Waffensysteme erst zwei Jahre später anschaffen werde - darunter ein neues U-Boot und ein weiterer Flugzeugträger. Auch der Auftrag für neue Kampfflugzeuge vom Typ F-35 Joint Strike Fighter solle nun gestreckt werden. Von den Kürzungen betroffen dürften unter anderem die Rüstungskonzerne Boeing , Lockheed Martin  und Northrop Grumman  sein.
Boeing schließt in Reaktion auf die Sparmaßnahmen eine Fabrik mit 2100 Mitarbeitern im Bundesstaat Kansas. Das Werk in Wichita, das bis Ende 2013 abgewickelt werden soll, arbeitete unter anderem Aufträge für die US-Luftwaffe ab. In der Rüstungssparte des Airbus-Rivalen arbeiten rund 64.000 Angestellte. US-Waffenhersteller bereiten sich mit Kostensenkungen und der Konzentration auf Kunden in Übersee auf unsicherere Einnahmen durch die US-Regierung vor.
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  • FTD.de, 05.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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