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Merken   Drucken   23.06.2009, 07:00 Schriftgröße: AAA

Leerstand im Norden der USA: Immobilienkrise schafft Geisterstädte  

Nicht sonnenverwöhnte US-Bundesstaaten wie Kalifornien und Florida sind die großen Verlierer der Immobilienkrise, sondern oftmals die Industrie-Städte des Nordens. Staatliche Abrissprämien und private Initiativen versuchen zu retten, was zu retten ist. von Dan Sewell
Spricht man über die Immobilienkrise in den USA, richtet sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit meist auf zwangsvollstreckte Häuser in verhältnismäßig wohlhabenden Gegenden im sogenannten Sonnengürtel von Kalifornien bis Florida.
Tatsächlich gibt es die meisten Leerstände aber in den alten Industrie-Revieren im Norden, dem sogenannten Rostgürtel. Die derzeitige Krise verschlimmert eine fatale Entwicklung in den Städten, die bereits von der Rezession in den 80er Jahren am härtesten getroffen waren.
Wie eine Untersuchung der Nachrichtenagentur AP auf Basis von Daten der Post und des Ministeriums für Stadtentwicklung ergab, gibt es die meisten leerstehenden Häuser in Städten wie Flint, Buffalo, Cincinnati und Columbus. Dort gibt es ganze Viertel, die wie ausgestorben wirken. Wer dort noch wohnt, gehört zumeist einer Minderheit an und ist arm.
"Ich würde sofort hier wegziehen, wenn ich wüsste wohin", sagt Cindy Olejniczak aus Buffalo. Etwa jedes dritte Haus in ihrem Viertel steht leer. Pizza-Lieferanten trauen sich nicht mehr hierher. "Man wünscht sich fast, die würden die ganze Gegend plattmachen und nochmal von vorn aufbauen", sagt sie.
Der Kongress in Washington hat genau für diesen Zweck im vergangenen Jahr sechs Milliarden Dollar bereitgestellt. Mit dem Geld sollen verlassene Häuser entweder aufgekauft und wieder bewohnbar gemacht oder abgerissen werden. Die AP-Untersuchung zeigt aber, dass dies nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist: In den USA gibt es rund vier Millionen Häuser, die mindestens 90 Tage lang leergestanden haben - Tendenz steigend.

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  • AP, 23.06.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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