Der langjährige libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi ist nach Angaben der Übergangsregierung gefangen genommen worden. Kurz zuvor war seine Geburtstadt Sirte von Einheiten des libyschen Übergangsrats eingenommen worden.
Der libysche Übergangsrat NTC hat nach Fernsehberichten aus dem Land den früheren Diktator Muammar al-Gaddafi gefangengenommen. Das berichtet unter anderem al-Dschasira unter Berufung auf lokale TV-Stationen. Gaddafi befinde sich nach dem Fall seiner Heimatstadt Sirte in Gewahrsam, hieß es.
Einheiten des libyschen Übergangsrats hatten kurz zuvor die letzte Hochburg des gestürzten Machthabers eingenommen. Alle Stellungen der Gaddafi-treuen Truppen in Sirte seien erobert worden, sagte Oberst Junus Al-Abdali, Kommandant der Truppen der Übergangsregierung im östlichen Teil der Heimatstadt Gaddafis. "Sirte wurde befreit. Es gibt keine Gaddafi-treuen Einheiten mehr in der Stadt." Flüchtige Kämpfer würden verfolgt. Die Stadt 410 Kilometer östlich von Tripolis ist die Heimatstadt Gaddafis.
Am Mittwoch hatte der Übergangsrat noch die Befürchtung mitgeteilt, dass der gestürzte Machthaber mit Söldnern aus anderen afrikanischen Ländern wieder an die Macht kommen will. Berichten zufolge hätten 68 Fahrzeuge mit jeweils acht Kämpfern von Mali kommend die libysche Grenze überquert, sagte Mahmud Dschibril, der Vorsitzende der neuen De-facto-Regierung. Gaddafi, der sich möglicherweise in der südlichen Wüste aufhalte, habe offenbar mit dem Hamada-Stamm vereinbart, 12.000 Männer zu schicken, um "nach Libyen zu kommen und den Kampf zu beginnen", sagte Dschibril weiter.
Hintergrund der Äußerungen von Dschibril ist, dass Gaddafi in den vier Jahrzehnten, in denen er in Libyen an der Macht war, freundschaftliche Beziehungen zu vielen Ländern in Afrika aufgebaut hat. Das könnte ihm nun helfen, wenn er versucht, einen Aufstand gegen die neuen Herrscher in Libyen zu organisieren. Der Hamada-Stamm, der Gaddafi nun möglicherweise unterstützt, wohnt im Grenzgebiet von Tschad, Sudan und Libyen.
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