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Merken   Drucken   17.04.2011, 16:11 Schriftgröße: AAA

Live-Ticker zur Japan-Katastrophe: +++Öko-Institut misstraut Fukushima-Plänen+++

In sechs bis neun Monaten will Tepco die havarierten Reaktoren wieder unter Kontrolle gebracht haben. Solch eine Garantie geht laut dem Darmstädter Öko-Institut aber zu weit.
15:55 Der Atomexperte des Darmstädter Öko-Instituts, Michael Sailer, hegt noch Zweifel an der geplanten Stabilisierung der Katastrophenreaktoren im japanischen Fukushima binnen sechs bis neun Monaten. "Wenn nichts Weiteres passiert, kann man in der Zeit wohl irgendwelche Kühlkreisläufe wieder funktionsfähig hinstellen", sagte Sailer. "Aber man kann nicht eine Garantie geben in dem Sinne, wir haben in sechs oder neun Monaten einen stabilen Zustand." Dafür gebe es zu viele Risiken. Auch sei die radioaktive Strahlung für die Elektronik der Roboter problematisch, die in Fukushima zum Einsatz kommen sollen. "Bisher sind die ferngesteuerten Roboter unter solchen Bedingungen nicht erprobt", sagte Sailer. Allerdings gebe es zu ihnen keine Alternative.
08:12 Die Kühlung der Reaktoren und Abklingbecken im Atomkraftwerk Fukushima soll laut Tepco in etwa drei Monaten stabilisiert sein. Insgesamt soll Fukushima I demnach in etwa sechs bis neun Monaten unter Kontrolle sein. Das gab ein Tepco-Sprecher bekannt. 07:07 Japan wird seiner Regierungspartei zufolge um eine Steuererhöhung zur Finanzierung des Wiederaufbaus nach den Naturkatastrophen nicht herumkommen. Zusätzliche Staatsanleihen, die zu diesem Zweck ausgegeben würden, müssten über höhere Steuern ausgelöst werden, sagte der Generalsekretär der Demokratischen Partei, Katsuya Okada, im Fernsehsender NHK. Eine sofortige Steuererhöhung sei noch nicht nötig.
Die japanische Regierung arbeitet derzeit mit Hochdruck an einem ersten Sonderhaushalt über umgerechnet rund 33 Mrd. Euro zur Finanzierung der Folgeschäden von Beben und Tsunami. Die Ausgabe von neuen Anleihen ist hierbei nicht vorgesehen, wird aber bei Folgehaushalten wohl unvermeidbar sein. "Würde der Markt mitmachen, wenn wir Anleihen über 1000 bis 1500 Mrd. Yen (83 bis 125 Mrd. Euro) ausgeben ohne Plan?", sagte Okada.
05:59 US-Außenministerin Hillary Clinton ist in Tokyo gelandet. Der Besuch Clintons solle die Solidarität zu Japan bekunden, teilte das US-Ministerium mit. Zudem will sich die Politikerin mit Premierminister Naoto Kan treffen, um sich ein Bild über das Ausmaß der Krise zu verschaffen. Auch ein Empfang im Kaiserpalast ist geplant.
05:55 USA und Südkorea wollen Japan gemeinsam bei der Bewältigung der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe vom 11. März helfen. Auf die Zusammenarbeit einigten sich der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak und US-Außenministerin Hillary Clinton. Lees Büro teilte mit, dass beide Länder auch Informationen zur Krise um das havarierte japanische Atomkraftwerk Fukushima austauschen wollen. Nach dem Treffen mit Lee reiste Clinton Richtung Japan ab.
05:28 Tepco will in Kürze einen Zeitplan für die Bewältigung der Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima vorlegen. Regierungssprecher Yukio Edano sagte bei einem Treffen mit dem Gouverneur der Provinz Fukushima, dass die Regierung womöglich in den nächsten Tagen eine Schätzung abgeben könne, wann die Krise im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi bewältigt sein dürfte.
Opfer der Naturkatastrophe Japans traurige Suche nach den Leichen
04:22 Japans Ministerpräsident Naoto Kan hat sein tiefes Bedauern über die Krise im Atomkraftwerk Fukushima ausgedrückt. In einem in US-Zeitungen "International Herald Tribune", "New York Times" und "Washington Post" veröffentlichten Kommentar kündigte Kan eine genaue Ursachenforschung an. Es sei für ihn von höchster Priorität, die Krise zu lösen. Im Meereswasser um das Atomkraftwerk sind die Strahlenwerte stark gestiegen, offiziell wird der Unfall in Fukushima inzwischen auf derselben Stufe eingeordnet wie der Super-GAU in Tschernobyl vor 25 Jahren.
03:57 Tepco will laut einem Medienbericht seine Beteiligung am Mobilfunkbetreiber KDDI verkaufen, um die Entschädigungen nach der Atomkatastrophe im Kernkraftwerk Fukushima bezahlen zu können. Tepco sei bereits an KDDI herangetreten, berichtet die Wirtschaftszeitung "Nikkei". Der Versorger halte acht Prozent an dem zweitgrößten Mobilfunkbetreiber Japans im Wert von derzeit umgerechnet rund 1,5 Mrd. Euro (180 Mrd. Yen). Es sei unklar, ob Tepco die gesamte Beteiligung veräußern werde.
Tepco hatte in der vergangenen Woche angekündigt, mit den ersten Entschädigungszahlungen zu beginnen. Demnach sollen rund 50.000 Haushalte in Nähe des havarierten Meilers ingesamt etwa 415 Mio. Euro erhalten.
20:00 Die Stromknappheit in Japan, die durch den Tsunami und die Atomkatastrophe ausgelöst wurde, könnten die Wirtschaft in der ganzen asiatischen Pazifikregion hart treffen. Das sagte Anoop Singh, Leiter des Asia-Pazifik-Büros des Internationaler Währungsfonds.
  • FTD.de, 17.04.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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