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Merken   Drucken   31.05.2011, 22:13 Schriftgröße: AAA

Lohnsteigerungen: Neue Gefahr aus China

Leitartikel In Europa mag die Botschaft verheißungsvoll klingen: So langsam ist Schluss mit billig in China. In dem Land, das so manchen heimischen Betrieb mit Schleuderpreisen in die Knie gezwungen hat, steigen die Löhne - und mit ihnen aber auch die Preise chinesischer Produkte.
Das lässt schnell Fantasien über einen prosperierenden Absatzmarkt mit 1,3 Milliarden Konsumenten erblühen.
Als neue Wirtschaftsweltmacht ist China …

 

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Wenn man sich doch nur rückhaltlos mit den chinesischen Arbeitern freuen könnte, ebenso wie mit hoffnungsfrohen europäischen Exporteuren. Das fällt indes schwer. Denn bei genauerem Hinsehen geben die Entwicklungen in China mehr Anlass zur Sorge als zur Hoffnung.
Die Löhne in China steigen unter anderem, weil die Lebenshaltungskosten - Nahrungsmittel und Energie - explodiert sind. Auch wohnen bleibt in den Metropolen für viele schier unerschwinglich. Das heißt: Die Kaufkraft des größten Teils der Bevölkerung bleibt mickrig, die Lohnsteigerungen können den Anstieg der Lebenshaltungskosten allenfalls etwas lindern. Von einer klassischen Mittelschicht ist China noch weit entfernt.
Was China hat, ist eine wachsende Zahl an Superreichen, und von denen profitieren gerade auch deutsche Unternehmen, allen voran Autohersteller. Ein weitaus größerer Teil unserer Exporte - gerade im Maschinenbau - dürfte jedoch von den gigantischen chinesischen Investitionen in Infrastruktur ausgelöst worden sein, die Peking als Reaktion auf die Finanzkrise angeschoben hat. Dass der Nutzen vieler dieser Projekte volkswirtschaftlich fragwürdig war und das chinesische Bankensystem mit faulen Krediten geflutet ist, wird kaum jemand bestreiten.
Vor diesem Hintergrund ist es durchaus möglich, dass Peking künftig stärker auf die Bremse drückt. Denn wie sich Inflation auf die Stimmung in der Bevölkerung auswirken kann, beobachtete die Regierung gerade im arabischen Raum. Und auch in China selbst häufen sich derzeit Meldungen über soziale Spannungen, die wirtschaftliche Ursachen haben.
Dass sie Chinas Wachstumsmodell ändern muss, weiß die Führung in Peking. Doch den heimischen Konsum, der Exporte ersetzen könnte, kann auch sie nicht über Nacht aus dem Hut zaubern. Je brutaler die Anpassung verläuft, desto mehr Schaden entsteht auf dem Weg. Auch in Europa.
  • FTD.de, 31.05.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 06.06.2011 17:12:48 Uhr   Uwe: China

    Die Chinesen sollen diesen Kriegslüsternen Amis mal zeigen wo der Hammer hängt!

  • 02.06.2011 15:21:05 Uhr   Hedither: Gefahr aus china?
  • 01.06.2011 16:50:20 Uhr   WPPJ: China wird an die Wand gefahren
  • 01.06.2011 09:07:31 Uhr   webmax: Ha...
  • 01.06.2011 03:34:29 Uhr   jeggert: Gefahr aus China ?
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