Mahathir Mohamad
Der Minister zieht die Mundwinkel nach unten. "Sie sagen, dass wir die Atombombe als nukleare Waffe brauchen. Das ist nicht wahr. Wir brauchen sie als Touristenattraktion", erklärt er bestimmt. Der nächste Satz geht im Gelächter unter. "Wir haben die Atombombe, unsere ganz eigene Atombombe", schmettert später ein Sänger mit viel Gel in den Haaren zu einer getragenen Melodie. Wieder lachen die Zuschauer im "Actor’s Theater" in Kuala Lumpur, und als der Liedtext eingeblendet wird, singen sie hingebungsvoll mit.
"Der Minister" in dem Theaterstück "Atomic Jaya" steht für niemand anderen als den Übervater der Nation, den malaysischen Ministerpräsidenten Mahathir Mohamad. Er hat das Land 22 Jahre lang straff regiert, am Freitag wird die Führung an seinen Stellvertreter und Innenminister Abdullah Badawi übergeben. Seinem Zögling dürfte es nicht leicht fallen, im Schatten des mächtigen Vorgängers ein eigenes Profil zu finden. Dr. M, wie der frühere Arzt Mahathir in seiner Heimat genannt wird, hat Malaysia am Gängelband in die Moderne geführt. Die Gesellschaft, die er geformt hat, schwankt in ihren Gefühlen heute zwischen Stolz, Größenwahn und Sorge vor der Zukunft.