Uneingeschränkte Unterstützung, Solidarität um jeden Preis - das kann sich Russland in Bezug auf Syrien nicht mehr leisten. So vernünftig für ein mögliches Ende der Gewalt der Hinweis bisher war, die Schuld auf beiden Seiten zu suchen, sowohl bei den Rebellen als auch bei der Regierung, so wirkt dieses russische Mantra angesichts der Toten von Hula nur noch zynisch. Es ist klar, dass Assads Schergen schwere Waffen gegen Kinder eingesetzt und deren Leben in einem brutalen Massaker ausgelöscht haben. Wenn Russland seine Einstellung jetzt nicht überdenkt, wann dann? Was muss noch geschehen?
Moskau muss aufhören, dieses Regime noch in irgendeiner Weise zu stützen. Es darf keine Mordinstrumente mehr an das Assad-Regime liefern, und es muss im Uno-Sicherheitsrat seine Blockadehaltung aufgeben, wenn es um eine klare Haltung und um scharfe Sanktionen geht. Die Russen sind die Einzigen, die dem Regime noch Einhalt gebieten können.
Die Uno-Beobachter im Land können kaum etwas ausrichten. Das Massaker in Hula haben sie nicht verhindert. Dass sie im Land sind, während ein solches Verbrechen verübt wird, ist ein Schlag ins Gesicht. Die Uno muss auf der Hut sein, nicht als völlig machtlos entzaubert zu werden.
Das Zeitfenster für eine Lösung ohne einen noch viel gewalttätigeren Bürgerkrieg wird immer kleiner. Schon denken US-Militärs laut über eine Intervention nach, arabische Staaten wollen die Opposition bewaffnen. Auch das ist gefährlich und wenig zielführend, denn beides würde noch viel mehr Opfer fordern - das sollte Russland zu denken geben.
Es ist auch immer weniger zu verstehen, was die Regierung in Moskau umtreibt. Ernsthaft kann Russland seine Interessen in der Region nicht mehr mit diesem Regime in Damaskus verbinden. Assad wird diese Revolte bestenfalls als Paria der internationalen Gemeinschaft überleben. Schon aus Eigeninteresse müsste Moskau jetzt umschwenken. Wenn Uno-Vermittler Kofi Annan jetzt noch in Damaskus für seinen Friedensplan werben will, verkennt er, wie aussichtslos seine Mission inzwischen ist. Er sollte besser nach Moskau fahren, dort liegt der Schlüssel zur Lösung der syrischen Tragödie - wenn es denn noch eine friedliche geben sollte. Sein Friedensplan ist schon gescheitert, jetzt gibt es nur noch eine Hoffnung: Wladimir Putin.
der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, daß sich Alkaida oder wie immer sie sich sonst nennen mag, auch in Syrien einmischt.
Zwar wäre das allein kein Grund, die Richtigen dort nicht zu unterstützen. Allein bleibt das Problem, diese mittlerweile treffend zu verorten. Die Russen wissen das - ebenso wie USA und EU, die allerdings aus populistischen Gründen ihrer Wählerklientel gegenüber es lieben, sich zu Demokkratieförderern aufzuspielen, selbst dann, wenn sie damit Alkaida deutlich beförderten.
Rußland hat es da einfacher mit der Selbstbedienungsdemokratie Putin`schen Musters.