19 Böllerschüsse, Freiheitsmedaille und Apfelstrudel: Der US-Präsident hat bei Merkels Besuch alles aufgefahren, was das Protokoll hergibt. Merkel bedankt sich mit einer Reihe von Zugeständnissen.
US-Präsident Barack Obama hat eine stärkere deutsche Führungsrolle in der Lösung der Krise in der Euro-Zone gefordert. Koordinierte Anstrengungen seien für die konjunkturelle Erholung weltweit bedeutsam. "Deutschland ist dabei ein Schlüsselland", sagte Obama bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Washington. "Ich vertraue darauf, dass die deutsche Führung und die Hilfe anderer uns auf den Weg bringen werden, der Griechenland wieder Wachstum bringt." Dafür seien aber Zeit und Geduld nötig. Hintergrund ist das Drängen der US-Regierung, Griechenland auf jeden Fall zu helfen, weil sie nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers eine neue Finanzkrise befürchtet. "Wir sind uns unserer Verantwortung für die Weltwirtschaft bewusst", entgegnete Merkel.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama beim gemeinsamen Dinner
Nach den Irritationen der vergangenen Wochen verpflichteten sich Deutschland und die USA demonstrativ, künftig noch stärker bei der Lösung weltweiter Probleme zusammenzuarbeiten. "International gibt es kein Thema, bei dem wir uns nicht eng mit Deutschland absprechen", sagte Obama. Er nannte dabei etwa Afghanistan, Iran und den Nahen Osten. Zugleich machte er deutlich, dass er bei den Demokratisierungsbewegungen in Nordafrika die klare Hilfe Deutschlands erwarte. Merkel sicherte ihm das zu, wie zuvor auch eine stärkere deutsche Führungsrolle in der Euro-Krise.
Der demonstrativ freundliche Empfang mit militärischen Ehren, einem Staatsbankett, wo Gemüse aus dem Garten der First Lady sowie deutscher Apfelstrudel serviert wurde, und der Übergabe der Freiheitsmedaille an Merkel kommt nach Wochen erheblicher Unstimmigkeiten in den USA etwa über die deutsche Enthaltung zu einem Militäreinsatz in Libyen.
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