Die EU hat ihren Einsatz gegen die Piraten am Horn von Afrika bis Ende 2010 erweitert. Die Außenminister der 27 EU-Staaten beschlossen am Montag, die ursprünglich bis Ende 2009 befristete Mission "Atalanta" um ein Jahr auszudehnen. Angesichts der nicht abreißenden Piratenangriffe auf Schiffe im Golf von Aden ist bereits absehbar, dass die Mission weiter gebraucht werden wird. Die Verlängerung wurde schon jetzt beschlossen, damit rechtzeitig Schiffe und Truppen für das kommende Jahr zusammengestellt werden können.
Gegenwärtig ist die EU-Mission Atalanta mit 14 Schiffen und drei Flugzeugen gegen Piraten im Einsatz. Deutschland stellt davon zwei Fregatten, ein Versorgungsschiff und ein Aufklärungsflugzeug, insgesamt sind 650 deutsche Soldaten im Einsatz. Auch Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und Schweden machen bei Atalanta mit. Seit Beginn der Mission wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums 24 Angriffe abgewehrt und 70 Piraten festgenommen.
Auch im kommenden Jahr sollen deutsche Truppen an dem Einsatz beteiligt sein. Voraussetzung ist die Verlängerung des Mandates des Bundestages, das am 15. Dezember 2009 ausläuft.
Die Verteidigungsminister der Nato einigten sich bereits am Freitag auf eine Verlängerung der Mission. Offenbar gibt es politisches Gerangel um den Piratenabwehrkampf: Verteidigungsminister Jung hatte gewarnt, EU und Nato dürften sich beim Kampf gegen die Seeräuber keinen "Schönheitswettbewerb" liefern.