FTD.de » Politik » International » Iran verspricht deutschen Firmen Schutz
 

FTD-Serie: Iran – Die unheimliche Macht

Das Mullah-Regime und der Westen schwanken zwischen Annäherung und Blockade. Die FTD wirft in dieser Reihe einen Blick auf die Spannungen im Iran und ihre Auswirkungen.

0 Bewertungen  Schrift: AAA

  18.08.2008, 08:04    

Mittelstand im Fokus: Iran verspricht deutschen Firmen Schutz

Das Mullah-Regime und der Westen schwanken zwischen Annäherung und Blockade. Die FTD wirft einen Blick auf die Spannungen im Iran und ihre Auswirkungen - heute auf die Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland.

von Benjamin Dierks (Teheran)
Der Iran wirbt trotz politischen Drucks der Bundesregierung weiter für Handel mit Deutschland und verspricht Unternehmen Sicherheiten für ihre Geschäfte. "Wir werden ihnen Garantien für ihre Investitionen geben", sagte der stellvertretende iranische Außenminister Mehdi Safari im FTD-Interview in Teheran. "Wir sind für alle Geschäfte offen." Das Angebot richte sich vor allem an kleine und mittelständische Unternehmen, die ihre Investitionen im Gegensatz zu großen Konzernen nicht selbst finanziell absichern könnten.
Geschäfte mit dem Iran sind in Berlin politisch höchst umstritten. Zu Beginn des Monats hatte der Fall des Siegener Unternehmens Steiner für Aufsehen gesorgt, das drei Gasverflüssigungsanlagen an den Iran verkaufen will. Obwohl es nicht gegen bestehende Sanktionen verstößt und einen positiven Bescheid des Bundesamts für Wirtschafts- und Ausfuhrkontrolle (Bafa) erhielt, gab es vor allem aus den USA und Israel heftige Kritik an dem geplanten Geschäft.
Wirtschaftsvertreter kritisierten die Bundesregierung dagegen dafür, dass sie die Interessen deutscher Unternehmer nicht ausreichend schütze. Die Hermesbürgschaften der Regierung wurden gekürzt, sind aber weiterhin verfügbar. Safari sagte nicht, wie genau iranische Garantien für Firmen aussehen könnten.
Der Politiker, der im iranischen Außenministerium für die Beziehungen zu Europa zuständig ist, forderte deutsche Unternehmen auf, die iranischen Geschäfte möglichst fernab der Öffentlichkeit abzuwickeln. "Sie können den Job auch ohne Reklame erledigen", sagte er. Es gebe ungeachtet der Sanktionen des Westens auch für große Unternehmen weiterhin gute Möglichkeiten, Handel mit dem Iran zu treiben, ohne sich öffentliche Kritik einzuhandeln. "Ich muss ihnen nicht zeigen, wie das geht", sagte Safari. Er wolle innerhalb der kommenden zwei Monate nach Deutschland reisen.
Hamburg Hafen: Deutschland ist einer der wichtigsten Handelspartner ...   Hamburg Hafen: Deutschland ist einer der wichtigsten Handelspartner des Iran
Kritik am Kurs der Bundesregierung
Der Fall Steiner war erst nach iranischen Medienberichten bekannt geworden. Deutsche Firmen verfolgen ihr Irangeschäft - 2007 mit Umsätzen von 3,6 Mrd. Euro - mittlerweile sehr diskret. Sie wollen verhindern, dass ihre Beziehungen in die USA oder nach Israel belastet werden. Im Iran werden Kontakte zu westlichen Politikern und Wirtschaftspartnern aber gern öffentlich gemacht. So soll der Eindruck vermittelt werden, das Land sei wegen des Atomkonflikts gar nicht isoliert. Safari bezeichnete das als Fehler der Medien.
Deutschland exportiert vor allem Maschinen, Kraftwagen und Kfz-Teile, Eisen- und Metallerzeugnisse sowie chemische Erzeugnisse in den Iran und ist bislang einer der wichtigsten Handelspartner. Im Januar 2008 stiegen die Exporte nach sinkenden Zahlen 2007 wieder um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Nach Angaben der Bundesagentur für Außenwirtschaft geht der iranische Außenhandel mit Europa aber zugunsten asiatischer Länder zurück. Im Falle der Aufhebung der Sanktionen sei mit einigen Großprojekten zu rechnen.
Deutsche Wirtschaftsvertreter und -verbände üben heftige Kritik am Kurs der Bundesregierung. Daniel Bernbeck, Geschäftsführer der Deutsch-Iranischen Handelskammer in Teheran, sprach von einer "Bankrotterklärung der Politik". Es gelinge Berlin nicht, politische Instrumente gegen den Iran einzusetzen. Deshalb werde illegitimer Druck auf deutsche Firmen ausgeübt, die legal Handel mit dem Iran treiben wollten. "Die Politik nimmt billigend in Kauf, dass ein ungutes Gefühl entsteht", sagte Bernbeck. Er gehe aber davon aus, dass auf iranischer Seite weiterhin Interesse am Geschäft mit Deutschland bestehe. Safari bestätigte den Willen zu besseren Beziehungen.
  • Aus der FTD vom 18.08.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland
  • EU-Spitzenposten: Zwei Staatssekretäre für Europa

    Herman wer? Catherine wer? Die Namen des EU-Ratspräsidenten und der europäischen Außenministerin sind den wenigsten Bürgern Europas ein Begriff. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und ihre Amtskollegen hätten charismatische Amtsinhaber auswählen können für die neuen Spitzenfunktionen, die mit dem Lissabon-Vertrag entstehen. mehr

  •  
  • blättern
FTD-Wirtschaftswunder
Weitere FTD-Blogs
  20.11. Politik Was kann das neue EU-Spitzen-Duo?
Politik: Was kann das neue EU-Spitzen-Duo? (00:02:09)

Die Europäische Union hat einen neuen Ratspräsidenten und eine neue Außenministerin - welche Kompetenzen haben die neuen Köpfe der EU? mehr

 



Wie finden Sie die Entscheidung zu den EU-Topjobs?

 

Wie finden Sie die Entscheidung zu den EU-Topjobs?

Zum Ergebnis Alle Umfragen

Who is who

Die umfassende FTD-Personendatenbank mehr

Die FTD-Personendatenbank
Sonderbeilagen

Alle Trends und Themen gebündelt. mehr

FTD-Mobil

Aktuelle Nachrichten und Börsenkurse rund um die Uhr. mehr FTD-Mobil

Sudoku

Lösen Sie das Zahlenkniffel mehr

leicht mittel schwer

Sudoku - Lösen Sie das Zahlenkniffel
Newsletter

Egal ob Eilmeldung oder Wochenrückblick - bei uns erhalten Sie die Nachrichten, die Sie wünschen, per Mail.

Newsletter abonnieren!
markets - Das Finanzinformationsportal

Kurssuche bei markets

FTD-Podcasts

Der englische Podcast von FTD.de

20.11.   British and American English: Holiday

Listen and improve your English skills mehr

Wetter

Das Wetter weltweit

21.11.2009

wolkig 13°C

8°C

20 %

22.11.2009

wolkig 13°C

7°C

20 %

23.11.2009

Regen 11°C

8°C

70 %

24.11.2009

Regen 11°C

7°C

70 %

powered by wetter.com

DEUTSCHLAND
  •  
  • blättern
KONJUNKTUR
  •  
  • blättern
EUROPA
  •  
  • blättern
INTERNATIONAL
  •  
  • blättern
 
Home | Unternehmen | Finanzen | Börse | Politik | Management+Karriere | IT+Medien | Wissen | Sport | Auto | Lifestyle | zum Seitenanfang

© 1999 - 2009 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

Weitere Online-Angebote des Verlagshauses G+J AG + Co KG:
Börse-Online Capital GraumarktInfo.de Immobilien-Kompass Impulse Impulse Gründerzeit meinABO.de stern.de
G+J Glossar
Partner-Angebote