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Merken   Drucken   17.09.2012, 06:56 Schriftgröße: AAA

Mohammed-Video: Hisbollah ruft zu Protesten gegen Schmähvideo auf

Am Wochenende sind die Unruhen in der islamischen Welt wegen des Schmähvideos allmählich abgeflaut. Doch die Proteste könnten erneut eskalieren. Denn im Libanon heizt die radikale Hisbollah die Wut über den Film erneut an.
© Bild: 2012 Reuters/DARREN WHITESIDE
Am Wochenende sind die Unruhen in der islamischen Welt wegen des Schmähvideos allmählich abgeflaut. Doch die Proteste könnten erneut eskalieren. Denn im Libanon heizt die radikale Hisbollah die Wut über den Film erneut an.

Der Chef der radikalen libanesischen Schiiten-Bewegung Hisbollah, Hassan Nasrallah, hat zu Demonstrationen gegen das islamkritische Schmähvideo aus den USA aufgerufen. Nasrallah sagte am Sonntag in einer Fernsehrede, am heutigen Montag solle in einem südlichen Vorort von Beirut protestiert werden. Danach solle auch an anderen Orten des Libanon demonstriert werden. Bei den Unruhen war am Freitag im Norden des Libanon ein Mensch umgekommen.

Proteste gegen Schmäh-Video Deutsche Botschaft in Flammen

Nasrallah sagte, es reiche nicht aus, den Film anzuprangern, dem Propheten Mohammed müsse in allen Ländern der Welt Respekt verschafft werden, um weitere Angriffe dieser Art zu verhindern. Er sehe in dem Film einen Versuch, Unfrieden zwischen Christen und Muslimen in der Nahostregion zu stiften. Die US-Regierung nutze die Redefreiheit als Rechtfertigung für die Ausstrahlung des Films.

In der pakistanischen Hafenstadt Karachi protestierten am Sonntag mehrere Hundert Menschen vor dem US-Konsulat gegen das Schmähvideo. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, die Protestierer mit Tränengas und Wasserwerfern hinderte, in das schwer bewachte Konsulat einzudringen. Angaben der Demonstranten, dass es dabei einen Toten und mehrere Verletzte gegeben habe, wurden zunächst nicht bestätigt.

Insgesamt flauten die Unruhen in der islamischen Welt am Wochenende allmählich ab. In Kairo, wo die Massendemonstrationen am Dienstagabend ihren Anfang genommen hatten, räumten Sicherheitskräfte den zentralen Tahrir-Platz. Viele arabische Medien verurteilten die Krawalle, die mehrere Menschen das Leben gekostet hatten.

Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah   Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah

Der Vorsitzende des Obersten Rates der Religionsgelehrten und Groß-Mufti von Saudi-Arabien, Scheich Abdulasis bin Abdullah al-Scheich, mahnte die Muslime, sich nicht aus Wut dazu verleiten zu lassen, unschuldige Menschen zu töten und öffentliche Einrichtungen anzugreifen. Wer seinem Zorn nachgebe, mache sich letztlich nur zum Erfüllungsgehilfen der Urheber des Mohammed-Films, sagte er.

Der mutmaßliche Drahtzieher des Videos "Unschuld der Muslime" wurde inzwischen von den US-Behörden befragt. Der 55-jährige Nakoula Basseley Nakoula soll laut US-Medienberichten ein verurteilter Bankbetrüger sein. Wegen seiner kriminellen Vergangenheit sei dem koptischen Christen auch für fünf Jahre der Zugang zum Internet verboten worden.

  • dpa, 17.09.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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