Teil 2: USA bekennen sich zu EuropaClinton sagte, sie habe die Zweifel der Europäer hinsichtlich der strategischen Neuausrichtung der USA vernommen. "Aber die Realität ist: Europa ist und bleibt der erste Ansprechpartner der USA". Auch Panetta bemühte sich, Befürchtungen der europäischen Partner zu zerstreuen. Obwohl die USA zwei ihrer vier Kampfbrigaden aus Europa abziehen wollen, werde die US-Armee in Europa immer noch eine stärkere militärische Präsenz unterhalten als in irgendeiner anderen Region der Welt, sagte er. Europa bleibe der Sicherheitspartner der Wahl, was Militäreinsätze und diplomatische Bemühungen in aller Welt angehe.
Überraschend kündigte Panetta an, dass die USA sich an der schnellen Eingreiftruppe der Nato beteiligen wollen, der Nato Response Force. Bisher hätten die USA keine Truppen gestellt, weil zu viele ihrer Soldaten in Kriegseinsätzen gebunden gewesen seien. Die USA würden nun jedoch ein Bataillon Bodentruppen zu Übungszwecken nach Europa schicken.
Bundesverteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU) begrüßte Panettas Ankündigung. Die Entscheidung könnte auch Auswirkungen auf die Zukunft der Truppenübungsplätze Baumholder in Rheinland-Pfalz und Grafenwöhr in Bayern haben. "Nach allem, was wir hören, haben auch die Übungsplätze Grafenwöhr und Baumholder in Deutschland Zukunft." Zuletzt hatten die USA angekündigt, zwei Kampfbrigaden aus Baumholder und Grafenwöhr abzuziehen.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle plädierte für ein größeres Engagement Europas in der Sicherheitspolitik. "Die EU ist mehr als ein gemeinsamer Binnenmarkt oder ein Währungsraum", sagte er in München. "Die Europäische Union ist eine politische Union, und sie ist zunehmend ein Sicherheitsanker im euro-atlantischen Raum". Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik liege in der Logik der politischen Einigung Europas und sei unabdingbar, wenn die EU ihre Sicherheit effizienter gewährleisten wolle.