Die Nato plant einen neuen Militäreinsatz zur Ausbildung von Soldaten in Afghanistan ab 2015. Zugleich sagten die Verteidigungsminister der 28 Nato-Staaten am Mittwoch in Brüssel, der bisherige Kampfeinsatz der Afghanistan-Schutztruppe Isaf werde wie geplant bis Ende 2014 fortgesetzt.
Mehr zu: Afghanistan, Isaf, Thomas de Maiziere
"Wir haben zu viel hinter uns, wir haben zu viele Schlachten geschlagen, wir haben zu viel Blut vergossen, um jetzt die Arbeit nicht zu beenden", sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta. "Welche Taktik der Feind auch immer versuchen mag - Sprengsätze, Insider-Angriffe oder Autobomben -, wir werden nicht zulassen, dass uns das von unseren afghanischen Partnern trennt oder von unserem Auftrag ablenkt."
Die Minister beauftragten die Militärs, ein Mandat für eine Internationale Ausbildungs-, Beratungs- und Unterstützungsmission (Itam) auszuarbeiten. Sie soll der Ausbildung afghanischer Soldaten dienen. "Dies ist kein Kampfeinsatz", sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen. Der neue Einsatz löst Anfang 2015 die Afghanistan-Schutztruppe Isaf ab. "Wir wollen sicherstellen, dass Afghanistan nie wieder zum Hort von Terroristen wird", sagte er.
Über die voraussichtliche Truppenstärke wird erst im kommenden Jahr entschieden. "Das wird sehr stark von der Sicherheitslage Ende 2014 abhängen", sagte Rasmussen. Die Ausbilder sollen auch durch Kampfsoldaten geschützt werden. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, es sei noch unklar, wie die unterschiedlichen Aufgaben - neben einer "Schutzkomponente" sind auch Versorgungseinheiten aller Art nötig - zwischen den Verbündeten aufgeteilt werden. Er gehe davon aus, dass Deutschland, das schon bisher im Norden Afghanistans den Isaf-Einsatz leitete, auch im Norden afghanische Soldaten ausbilden werde.
Panetta warnte vor Alleingängen beim Abzug der Isaf-Kampftruppen: "Wir müssen uns weiterhin an das Prinzip 'gemeinsam rein, gemeinsam raus' halten." Er forderte die Verbündeten auf, noch 58 fehlende Ausbildungsteams nach Afghanistan zu schicken. "Ich habe von meinen Kollegen gehört, dass sie alles ihnen mögliche tun wollen, um diese Teams zu stellen", sagte er vor Journalisten. "Ich hoffe sehr, dass wir die bestehende Lücke füllen können."