Der Chef des Internationalen Währungsfonds IWF,
Dominique Strauss-Kahn , hat das Krisenmanagement der Europäischen Union bei ihrem Sondergipfel am Sonntag in Brüssel kritisiert.
Strauss-Kahn sagte dem US-Radiosender NPR, die Staats- und Regierungschefs der EU hätten bei dem Treffen "nicht ihr Bestes" gegeben. Sie seien fast nicht in der Lage gewesen, sich auf gemeinsame Lösungen zu einigen. Deshalb sei er ein wenig besorgt über die Umsetzung der richtigen Politik vor allem bei der Restrukturierung des Bankensektors.
Seiner Ansicht nach seien die unterschiedlichen Konjunkturpakete weitgehend in Ordnung, aber bei der Rettung des angeschlagenen Bankensektors gehe es nicht "sehr schnell" voran. Kritisch sieht er auch, dass die Eurozone zwar eine gemeinsame Währung, aber keine einheitliche Wirtschaftspolitik habe. Der IWF-Chef schätzt, dass eine Erholung Mitte des kommenden Jahres beginnen könne. Voraussetzung sei jedoch, dass die richtige Politik umgesetzt werde.
Im Gegensatz zu Strauss-Kahn erwartet der Präsident der Federal Reserve von Richmond, Jeffrey Hacker, dass die US-Wirtschaft schon bis zum Jahresende den Beginn einer Erholung erleben könne. "Wir werden bis zum Ende des Jahres etwas Schwung sehen, mindestens etwas positiven Schwung." Letztendlich würden, so der US-Notenbanker, die Haushalte ihre Kaufzurückhaltung aufgeben und damit zur Belebung der Wirtschaft beitragen.