Seit Tagen streiken tausende Nigerianer. Die Abschaffung der Subventionen triebt viele in Verzweiflung. Präsident Goodluck versucht, die Stimmung mit einem vorsichtigen Entgegenkommen zu bessern - doch das ist zu wenig.
Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan will im Streit um die drastische Erhöhung der Benzinpreise in seinem Land einlenken. In einer Fernsehansprache kündigte er an, die Treibstoffpreise von derzeit 140 Naira - umgerechnet 0,70 Euro - auf 97 Naira senken zu wollen.
Mit der Entscheidung hofft Jonathan, die Gewerkschaften des bevölkerungsreichsten Landes in Afrika dazu zu bewegen, einen landesweiten Streik zu beenden. Der Ausstand hat Nigeria seit einer Woche weitgehend lahm gelegt und bereits zu großen wirtschaftlichen Einbußen geführt.
Die größten Gewerkschaften hatten den Streik am Wochenende für zwei Tage unterbrochen, um weitere Verhandlungen mit der Regierung zu ermöglichen. Dabei geht es vor um den Wegfall der Benzinsubventionen in dem größten Ölförderland des Kontinents. Dadurch verdoppelten sich die Treibstoffpreise.
Der Gewerkschaftsverband "Nigerian Labour Congress" lehnte Jonathans Angebot in einer ersten Reaktion ab. Er forderte die Nigerianer auf, weiter zu streiken. Jedoch sollten aus Angst vor Ausschreitungen keine öffentlichen Protestaktionen mehr stattfinden. Die Streikenden wurden dazu aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben. Neben Mitarbeitern der Ölindustrie hatten auch Angestellte zahlreicher anderer Branchen die Arbeit niedergelegt.
Günstige Benzinpreise waren bisher einer der wenigen Vorteile, die die überwiegend bettelarme Bevölkerung des achtgrößten Ölproduzenten der Welt genoss. Die Erhöhung der Treibstoffpreise hatte viele in Verzweiflung gestürzt.
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