Die Währungskriege in den vergangenen Monaten sind zu einem so heißen Thema geworden, weil die Erholung von der Krise der Jahre 2008 und 2009 noch nicht gesichert ist. Eine globale Double-Dip-Rezession ist nach wie vor möglich. Ein schneller und einfacher Weg, die Wirtschaft in diesen unsicheren Zeiten anzuregen, ist eine Entwertung der eigenen Währung, um dadurch den Export zu stimulieren. Das Problem dabei ist jedoch, dass dies zwecklos ist, wenn es jeder tut, weil die Abwertung einer Währung die Aufwertung einer anderen impliziert. Außerdem hat eine systematische Entwertung der eigenen Währung nationalistische, protektionistische Züge - ein Entwertungswettbewerb ist also gefährlich.
Wie sollten die G20 hierauf reagieren?
Sie sollten mit den Währungsstreitereien aufhören, bei denen sich einzelne Mitglieder in bilateralen Scharmützeln verzetteln, und vielmehr die zugrunde liegenden Ursachen identifizieren und durch klare und zielgerichtete Maßnahmen angehen. Die Gründe des Disputs liegen natürlich in den hinlänglich bekannten globalen Leistungsbilanzungleichgewichten. Um sein Leistungsbilanzdefizit zu verringern, muss China weniger sparen und mehr investieren. Durch eine Stimulierung des heimischen Konsums und der Investitionsnachfrage könnten zusätzliche Wachstumsimpulse gesetzt werden, die Chinas Exportabhängigkeit verringern würden.
Bis zur letzten Krise haben die Amerikaner zu viel konsumiert und zu wenig gespart und so die US-Wirtschaft in eine starke Importabhängigkeit geführt. Seit der Krise ist der amerikanische Konsum stark zurück gegangen und erholt sich trotz massiver monetärer und fiskalischer Impulse kaum. Hier wirken sich die weiter ungelösten Probleme des amerikanischen Hypothekenmarkts und die explodierende amerikanische Staatsverschuldung hemmend aus.