Piraten haben im Golf von Aden erneut einen Frachter gekapert. Die "Irene E.M." sei in der Nacht zum Dienstag vor der Küste von Somalia überfallen worden, teilten Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma mit. Laut dem Informationsdienst Vesseltracker.com fährt der 1980 gebaute Massenguttransporter unter der Flagge von St. Vincent und den Grenadinen. Manager des knapp 194 Meter langen Schiffes ist ein griechischer Reeder, der wirtschaftliche Eigner sitzt in Liberia. Die "Irene" ist bereits das dritte Schiff innerhalb einer Woche, das von den Piraten gekapert wurde. Dass der Überfall in der Nacht erfolgte, deutet auf eine immer bessere technische Ausrüstung der Piraten hin.
Erst am Sonntag hatten US-Elitesoldaten den amerikanischen Schiffskapitän Richard Phillips aus der Hand von Piraten befreit und dabei drei der vier Seeräuber getötet. Am Karfreitag waren zwei Piraten und der französische Bootseigner bei der Befreiung einer Jacht durch französische Soldaten ums Leben gekommen. Die Seeräuber haben gegenwärtig etwa ein Dutzend Schiffe mit mehr als 200 Besatzungsmitgliedern in ihrer Gewalt, darunter auch die "Hansa Stavanger" mit fünf Deutschen an Bord.
Der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Thomas Kossendey, wollte keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Befreiung von Phillips und einer erhöhten Gefährdung deutscher Geiseln herstellen. Die Situation habe sich nach der Aktion des US-Militärs aber "natürlich verschärft", sagte Kossendey im Deutschlandfunk.