Die Außenpolitik der neuen US-Regierung nimmt Abstand von der umstrittenen Formulierung des "Kriegs gegen den Terror". US-Außenministerin
Hillary Clinton sagte am Dienstag auf dem Weg nach Europa, die Regierung nutze den Ausdruck nicht mehr. "Ich denke, das spricht für sich selbst." Es gebe dazu keine formelle Anweisung, aber die Formulierung komme nicht mehr vor.
Der Ausdruck "Krieg gegen den Terror" wird eng mit der Regierung von Ex-Präsident George W. Bush assoziiert. Viele Kritiker in Europa und der muslimischem Welt halten die Formulierung für militaristisch und kontraproduktiv. Zudem wird der "Krieg gegen den Terror" mit Auswüchsen der Bush-Regierung in Verbindung gebracht, die nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zu Entführungen Verdächtiger, dem Gefangenenlager Guantanamo und sogar Folter geführt haben.
Kosten für Kriege explodieren
Unterdessen teilte der Rechnungshof des Kongresses mit, die Kriege im Irak und Afghanistan sowie der Kampf gegen den Terrorismus hätten die USA seit 2001 685,7 Mrd. $ gekostet. Allein 533,5 Mrd. $ entfielen davon auf den Krieg im Irak. Die Einsätze in Afghanistan, am Horn von Afrika und den Philippinen kommen demnach zusammen auf eine Summe von 124,1 Mrd. $. Die übrigen 28,1 Mrd. $ wurden zur Verteidigung der USA selbst ausgegeben. Damit nahm das Verteidigungsministerium rund 85 Prozent der seit 2001 vom Kongress zur Verfügung gestellten Mittel von 808 Mrd. $ in Anspruch.
US-Präsident
Barack Obama hat für Ende August kommenden Jahres den Abzug der US-Kampftruppen aus dem Irak angekündigt. Im Gegensatz dazu soll die Zahl der Soldaten in Afghanistan aufgestockt werden.