Kim Jong Il (M.) in Begleitung von Militärs
Bedingung für eine Wiederaufnahme der Gespräch sei, dass die USA Nordkorea als Partner akzeptierten und respektvoll behandelten, sagte der südkoreanische Vereinigungsminister Chung Dong Young am Freitag nach einem überraschenden Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber in Pjöngjang. Zu den neuen Verhandlungen könnte es bereits im Juli kommen.
Zudem sei der kommunistische Staat bereit, sein gesamtes Atomprogramm aufzugeben, sagte Chung. Er zitierte Kim mit den Worten: "Wenn wir Sicherheitsgarantien haben, gibt es keinen Grund mehr für eine einzige Atomwaffe."
USA: "Nichts Neues"
Die USA erklärten, die Äußerungen Kims enthielten nichts Neues. "Wir warten auf Taten und einen Termin für die Rückkehr an den Verhandlungstisch", sagte ein hochrangiger Beamter in Washington. "Wir haben keine Vorbedingungen." Die USA hatten vor wenigen Tagen damit gedroht, "andere Optionen" zu prüfen, falls Nordkorea nicht ohne Vorbedingungen an den Verhandlungstisch zurückkehre und seine atomare Aufrüstung beende.
Die so genannten Sechs-Parteien-Gespräche zwischen Nordkorea, Südkorea, den USA, China, Japan und Russland liegen seit einem Jahr auf Eis. Damals hatte sich Nordkorea aus der Runde zurückgezogen. Inzwischen hat die nordkoreanische Regierung bestätigt, dass sie über Atomwaffen verfügt und ihr Arsenal ausbaut. Sie brauche die Waffen angesichts eines möglichen Einmarschs der USA zur Abschreckung.
Vom Jogging zum Gespräch
Dem südkoreanischen Minister zufolge sagte Kim während des Treffens, sein Land habe die Verhandlungen nie aufgegeben. "Die gemeinsame Erklärung für eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel steht noch und ist das Testament von Präsident Kim Il Sung", zitierte Chung seinen Gesprächspartner. Kim Il Sung war der Gründer Nordkoreas und Vater des jetzigen Machthabers.
Dieser hatte den südkoreanischen Minister am Morgen direkt von dessen Jogging-Runde weg zu sich bitten lassen. Chung hielt sich wegen einer Gedenkfeier in Pjöngjang auf.