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  FTD-Serie: Die Ursprünge der Finanzkrise

Sie begann bei einem kalifornischen Hypothekenanbieter und hat inzwischen Märkte in aller Welt erfasst: Die Subprime-Krise um schlecht besicherte US-Immobilienkredite betrifft längst auch andere Branchen. Unter den Opfern sind zunehmend deutsche Unternehmen.

Merken   Drucken   05.05.2008, 10:02 Schriftgröße: AAA

Notenbanken setzen neue Geldspritzen  

Die Zentralbanken der USA, der Euro-Zone und der Schweiz verstärken ihre Anstrengungen, um die Liquiditätsengpässe an den Geldmärkten zu lindern, und pumpen weitere Milliarden in das Finanzsystem. von Doris Grass (Frankfurt)
Die amerikanische Notenbank Federal Reserve, die Europäische Zentralbank (EZB) und die Schweizer Nationalbank haben in einer konzertierten Aktion ihre Spielräume für Dollar-Liquidität drastisch erweitert. Nicht dabei ist die Bank of England, die aber andere Maßnahmen ankündigte, um den Banken ihre Liquiditätssteuerung zu erleichtern.
Seit Sommer 2007 versuchen die Notenbanken mit immer neuen Geldspritzen und neuartigen Refinanzierungsprogrammen, die Lage an den Geldmärkten zu entspannen - mit unterschiedlichem Erfolg. Die Eingriffe wurden gestartet, da sich die Geschäftsbanken untereinander infolge der US-Hypotheken- und Kreditkrise kaum noch Geld liehen. Während sich die Zinsen für Tagesgeld und andere kurzfristige Ausleihungen der Banken untereinander weitgehend normalisiert haben, liegen die Zinsen für längerfristige Kredite - speziell für Dreimonatsgeld - weiter deutlich über den Leitzinsen der jeweiligen Länder.
Mehr Sicherheiten in den USA
Die Federal Reserve erhöht von Montag an das Volumen ihrer jeweils für zwei Wochen laufenden Sonderrefinanzierungsgeschäfte (Term Auction Facility) um 50 Prozent auf 75 Mrd. $. Damit werde das ausstehende Volumen dieses Programms auf insgesamt 150 Mrd. $ steigen, teilte die Fed am Freitag mit. Erstmals will sie auch forderungsbesicherte Wertpapiere (Asset-Backed Securities, ABS) als Sicherheit für Refinanzierungsgeschäfte annehmen. Diese müssen allerdings eine sehr hohe Bonitätsnote von "AAA/Aaa-" haben. Diese Papiere haben in der Finanzkrise deutlich an Wert verloren, weil es kaum noch Käufer gab. Viele Banken mussten daraufhin Milliardenbeträge auf ihre ABS-Portfolios abschreiben. Die Maßnahme soll, so die Fed, die allgemeinen Finanzierungsbedingungen verbessern.
Durch die Konzertierung mit den anderen Notenbanken sollen auch diese ihrem Bankensystem mehr Dollar-Liquidität stellen. Die dafür vorgesehenen Summen würden im Rahmen des Devisentauschprogramms (Swap) mit den beiden Notenbanken verdoppelt und die Laufzeit bis Ende Januar 2009 verlängert.
Mehr Dollar-Liquidität in der EU
So stockt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre alle zwei Wochen stattfindenden Dollar-Tender mit 28 Tagen Laufzeit von 15 auf 25 Mrd. $ auf. Sie werde so lange Dollar-Liquidität zur Verfügung stellen, wie dies nötig sei, so die EZB. Auch die Schweizer Notenbank erweitert ihre Dollar-Auktionen. Die jeweilige Obergrenze bleibt zwar bei 6 Mrd. $, sie finden künftig aber alle 14 Tage und nicht nur einmal im Monat statt.
Nicht dabei ist die Bank of England (BoE). In Großbritannien habe man keinen Mangel an Dollar-Liquidität feststellen können, sagte ein Sprecher. Die britische Notenbank erleichtert den Banken aber ihre Liquiditätssteuerung. Diese können mehr Mittel bei ihr hinterlegen und müssen nicht so stark auf den Markt zurückgreifen, wenn sie schnell Geld brauchen. Die Banken können dann bis zu 2,5 Mrd. Pfund bei der BoE parken oder fünf Prozent der Verbindlichkeiten, die sie als Mindestreserve hinterlegen müssen. Bislang lag die Obergrenze bei 1 Mrd. Pfund oder zwei Prozent.
  • Aus der FTD vom 05.05.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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