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Merken   Drucken   19.09.2012, 18:04 Schriftgröße: AAA

Obama gegen Romney: Die schrägsten Umfragen im US-Wahlkampf

Wer bewahrt die USA besser vor einem Angriff von Aliens? Obama oder Romney? In der heißen Phase des US-Präsidentschaftswahlkampfs wird jede Umfrage genauestens verfolgt - und sei sie noch so abstrus.
© Bild: 2012 AFP/PAUL J. RICHARDS
Wer bewahrt die USA besser vor einem Angriff von Aliens? Obama oder Romney? In der heißen Phase des US-Präsidentschaftswahlkampfs wird jede Umfrage genauestens verfolgt - und sei sie noch so abstrus.
von Anna Fifield, Washington

Aktuell sieht alles nach einem knappen Ergebnis aus, wenn die Amerikaner am 6. November zum 57. Mal einen Präsidenten bestimmen. Während man im Lager des Amtsinhabers Barack Obama hofft, den auf dem Parteitag aufgenommenen Schwung beibehalten zu können, ist man im Team von Mitt Romney besorgt. Nach den negativen Reaktionen auf eine Rede ihres Kandidaten befürchten die Republikaner, einen möglichen Sieg womöglich noch aus den Händen zu geben.

In jedem Fall werden alle in den kommenden 48 Tagen die Beliebtheitswerte der Kandidaten genau verfolgen, ebenso die Ergebnisse auf die Fragen, wer besser dafür geeignet sei, die Wirtschaft wieder in Fahrt zu bringen, oder die Probleme in Nahost zu entschärfen.

Dank der Umfrage von "Washington Post" und ABC News wissen wir nun, dass die Wähler Obama für einen treueren Freund und einen besseren Pfleger im Krankheitsfall halten. Und im Sturm wäre er ihnen auf der Brücke des Schiffes lieber als Romney.

Das Magazin "Esquire" dagegen steuerte die Erkenntnis bei, dass 58 Prozent der Wähler der Meinung sind, Obama könnte Romney im Faustkampf besiegen. Dem republikanischen Großvater trauen nur 22 Prozent der Befragten einen Sieg zu.

Aber nicht alle Fragen sind so praxisnah. Für große Erheiterung sorgte dieses Jahr der Fernsehsender National Geographic Channel mit seiner Umfrage, welcher Kandidat besser geeignet sei, die USA vor einer Invasion aus dem All zu bewahren. Antwort: Doppelt so viele Befragte halten Obama für den besseren Alien-Killer als Romney.

Den Vogel abgeschossen, was unkonventionelle Fragen anbelangt, hat aber wohl das den Demokraten nahestehende Institut Public Polling Policy (PPP). So wurden die Wähler gefragt, ob es sie stört, dass Romneys Familienhund Seamus einmal die stundenlange Fahrt der Familie nach Kanada in einer Kiste auf dem Autodach verbringen musste (Antwort: nein) und ob sie Romneys Meinung teilen, dass die Bäume in Michigan alle die richtige Höhe haben (Antwort: wieder nein). Vergangenes Jahr befragte die PPP die Wähler, welcher Perry ihnen als Präsident am liebsten wäre - Rick, der republikanische Gouverneur aus Texas, die Pop-Sängerin Katy oder der Hollywood-Star Tyler. Überraschungssieger war Rick.

Tom Jensen von PPP räumt ein, dass die Fragen "verrückt" sein können. Sie würden dazu beitragen, ein anderes Publikum zu erreichen, und könnten manchmal zu erstaunlichen Erkenntnissen führen, so Jensen.

So fand PPP vergangene Woche heraus, dass 15 Prozent der Wähler Romney die Leistung zusprechen, Osama Bin Laden zur Strecke getötet zu haben. "Das zeigt, wie tief der republikanische Hass auf Barack Obama sitzt, wenn es Menschen gibt, die ihm nicht einmal dafür Anerkennung zollen wollen", sagt Jensen.

Die Meinungsforscherin Karlyn Bowman vom American Enterprise Institute sagt, ungewöhnlichen Fragen widme sie mehr Aufmerksamkeit als den Standardfragen: "Das sagt uns viel über die Werte der Menschen - und die basieren nicht zwingend auf Fakten."

Vielleicht sollte man also nicht einfach nur lachen, wenn man eine aktuelle Umfrage von "Vanity Fair" liest, derzufolge es 16 Prozent der Befragten peinlich wäre, in der Öffentlichkeit beim Lesen der Obama-Biografie erwischt zu werden. Nur sechs Prozent sagten das über den Sadomaso-Roman "50 Shades of Grey". (Acht Prozent antworteten übrigens, dass Romneys - bislang noch nicht erschienene - Memoiren ihnen noch peinlicher wären.)

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