Die Schlacht ist geschlagen - der Sieger heißt Barack Obama. Hier finden Sie die aktuellsten Nachrichten und Reportagen, Analysen und Kommentare zum politischen Weltereignis in den USA.
Kimicash weiß genau, wen er als amerikanischen Präsidenten sehen will - und auch warum: "Ich werde Barack Obama unterstützen, denn er ist schwarz, und ich hasse einfach Rassismus!", schreibt der chinesische Blogger im Internet. Auch in China wird jede Wendung des US-Wahlkampfs genau verfolgt. Über das Internet sind die Chinesen so nah dran wie noch bei keiner US-Wahl.
Vor allem die jüngeren Chinesen aus den Städten stellen ihre Meinung zur Kandidatensuche ins Netz oder streiten über die Bewerber. "Das Ergebnis der amerikanischen Präsidentschaftswahl kann die ganze Welt beeinflussen, insofern ist die Wahl auch sehr wichtig für uns", sagt Student Liu Chang, der genau verfolgt, wo bei den Vorwahlen der Demokraten Obama und seine Gegnerin Hillary Clinton ihre Stimmen bekommen.
Das Interesse sei anhaltend hoch, bei Wissenschaftlern wie Normalbürgern, sagt Shi Yinhong, Direktor des Zentrums für Amerikastudien an der Pekinger Renmin-Universität. Viele überrasche, wie "heftig und wie lange sich die Demokraten untereinander bekämpfen". Chinesen kennen so etwas nicht: Von innerparteilichem Streit erfährt die Öffentlichkeit nichts, der wird bei Chinas Kommunisten stets hinter verschlossenen Türen ausgetragen. Mitgeteilt werden nur Entscheidungen, von denen man nicht weiß, wie sie zustande kamen.
Die Mehrheit der Chinesen setzte am Anfang der Vorwahlsaison eher auf Hillary Clinton als Kandidatin der Demokraten. Ihr Mann Bill hatte als Präsident China vor dem WTO-Beitritt eine permanente Meistbegünstigungsklausel im Handel zugesprochen. Dafür ist er in China bis heute beliebt. Seine Frau klingt deutlich kritischer gegenüber dem Freihandel - und gegenüber China.
Häufige Themen in den USA sind das gewaltige Handelsdefizit mit China, die unterbewertete Währung oder auch Qualitätsprobleme bei chinesischen Produkten, wie zuletzt sogar bei Arzneimitteln. Dazu kommen Chinas Rolle in Darfur und spätestens seit den Mitte März gewaltsam niedergeschlagenen Unruhen auch Tibet.
Teil 2: Wie Hillary Clinton die Sympathien verlor