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Merken   Drucken   20.02.2009, 08:39 Schriftgröße: AAA

Obamas Antrittsbesuch: USA wollen mit Kanada grüner werden  

Mit seiner ersten Auslandsreise zum kanadischen Nachbar setzt Barack Obama ein grünes Signal: Er vereinbarte eine Kooperation zum Klimaschutz. Der umstrittene Abbau kanadischer Ölsandvorkommen wird jedoch nicht gestoppt.
US-Präsident Barack Obama  hat auf seiner ersten Auslandsreise mit Kanada eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung umwelt- und klimafreundlicher Energietechnik vereinbart. Damit wollten beide Länder dem Klimawandel entgegentreten, hieß es am Donnerstag in Ottawa.
Die klimaschädliche Nutzung der riesigen Ölsandvorkommen in der kanadischen Provinz Alberta soll aber nicht gestoppt werden. Obama und der kanadische Regierungschef Stephen Harper beschlossen stattdessen, die Technik zur Eindämmung der Treibhausgase voranzutreiben. Das bei der Extraktion von Rohöl aus Ölsand entstehende Kohlendioxid soll dabei nach Möglichkeit in unterirdischen Lagerstätten aufgefangen werden. Die Probleme könnten nicht über Nacht gelöst werden, sagte Obama.
Branchenexperten schätzen, dass Kanada mit der Extraktion von Öl aus Ölsand bis zu 175 Milliarden Barrel Öl produzieren kann. Damit hätte Kanada nach Saudi-Arabien die weltweit zweitgrößten Ölreserven. Kritiker wenden jedoch ein, dass die Nutzung der Ölsandvorkommen in der Provinz Alberta mit einem Anstieg der Treibhausgasemissionen verbunden wäre und die Flüsse und Wälder der Region bedrohe.
Sorge über "Buy American"-Klausel
Obama sagte Harper bei dem Treffen auch eine Erneuerung der historisch engen Beziehungen unter den Nachbarn zu. Er bemühte sich, Sorgen der Kanadier angesichts der "Buy American"-Klausel im US-Konjunkturpaket zu zerstreuen. Die USA würden sich an ihre internationalen Verpflichtungen halten, sagte er. "Ich bin zuversichtlich, dass die USA diese Abkommen einhalten werden und weiter ein führender Verfechter des globalisierten Handels bleiben."
Die Europäische Kommission hatte zuvor mitgeteilt, sie werde die Umsetzung des US-Konjunkturprogramms eng verfolgen. In dem Gesetz zum Programm heißt es, bei geförderten Investitionen und Bauprojekten sollten nur in den USA hergestellte Güter verwendet werden. Dies gilt auch für Eisen und Stahl. Zugleich ist darin festgehalten, die Umsetzung der Klausel müsse im Einklang mit den US-Handelsverpflichtungen stehen. Neben der EU und Kanada hatte auch Japan die USA davor gewarnt, ausländische Unternehmen zu benachteiligen.
  • Reuters, 20.02.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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