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Merken   Drucken   15.10.2011, 18:06 Schriftgröße: AAA

Occupy the World: Weltweite Proteste gegen die Macht der Banken

Nach den Demonstrationen an der Wall Street bricht sich auch in Europa eine Welle der Empörung Bahn. Allein in Rom gehen mehr als 100.000 Menschen auf die Straße. Am Rande der Kundgebung kommt es zu Randalen.
© Bild: 2011 Reuters/LUCAS JACKSON
Nach den Demonstrationen an der Wall Street bricht sich auch in Europa eine Welle der Empörung Bahn. Allein in Rom gehen mehr als 100.000 Menschen auf die Straße. Am Rande der Kundgebung kommt es zu Randalen.
Die Wut über Bankenrettungspakete und soziale Ungerechtigkeit ist mit Wucht über den Atlantik geschwappt: Der weltweite Aktionstag gegen Exzesse des Kapitalismus trieb laut Fernsehberichten allein in Rom mindestens 150.000 Menschen auf die Straße. Am Rande des Protestmarschs unter dem Motto "People of Europe, rise up!" (Völker Europas, steht auf) kam es zu Ausschreitungen: Vermummte Demonstranten zündeten mehrere Autos an. Mehrere Räume des Verteidigungsministeriums wurden durch Sprengsätze und Rauchbomben beschädigt. Zudem drang eine Gruppe Vermummter in eine der abgesperrten archäologischen Stätten in der Nähe des Kolosseums ein.
In Deutschland demonstrierten nach Angaben der Globalisierungskritiker von Attac, die zu den Organisatoren der Proteste zählten, in 50 Städten mehr als 40.000 Menschen. Andere Schätzungen fielen deutlich niedriger aus: Die Polizei zählte bei den größten Kundgebungen in Frankfurt und Berlin jeweils rund 5000 Teilnehmer. In Köln zogen nach Polizeiangaben rund 1500 Demonstranten durch die Innenstad, ebenso in Stuttgart. In München und Hamburg machten jeweils rund 1000 Menschen ihrem Unmut Luft.
Berliner Demonstranten bereiten ein Banner mit der Aufschrift ...   Berliner Demonstranten bereiten ein Banner mit der Aufschrift "Banker in die Produktion" vor
In Berlin kam es während des Protestmarschs durch das Regierungsviertel zum Kanzleramt kurz zu Tumulten, als rund 200 Protestler über die Wiese auf den Bundestag zustürmten. Dort bauten die Aktivisten die Absperrungen ab und riefen "Occupy Bundestag". Die Polizei sicherte das Gelände. Insgesamt verliefen die Proteste in Deutschland friedlich.
"Griechische Tragödie" vor der EZB
"Es geht gegen die Banken, gegen die finanziellen Machthaber im System, es geht darum, dass Profite vor den Menschen stehen", sagte der Sprecher der Bewegung "Occupy Frankfurt", Wolfram Siener, bei der Kundgebung vor der Europäischen Zentralbank in der Finanzmetropole. Sie begann mit der Aufführung eines Theaterstücks unter dem Titel "Europa - eine griechische Tragödie".
Der Sprecher der globalisierungskritischen Organisation Attac, Alexis Passadakis, warf den europäischen Regierungen vor, mit ihrer Politik die Krise noch zu verschärfen, den Sozialabbau voranzutreiben und über die Rettungspakete für die Banken die Demokratie zu schädigen.

Teil 2: DGB spricht von Alarmsignal

  • FTD.de, 15.10.2011
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