Der Öl-Terminal von Neka in Nordiran
Selbst Spanier, Griechen und Italiener, die einen größeren Anteil ihrer Ölimporte aus dem Iran beziehen, müssen nicht vor ausbleibenden Lieferungen zittern, auch wenn der Iran schon vor dem Inkrafttreten des EU-Embargos am 1.Juli die Exporte stoppen sollte. Es ist genügend Öl am Markt, zudem steht Saudi-Arabien wahrscheinlich bereit, zumindest einen Teil der Ausfälle auszugleichen. Zwiespältig wäre allerdings, dass dann an die Stelle eines Schurkenstaats eine andere Diktatur träte.
Der Iran setzt unterdessen alles daran, die Nervosität des Westens anzustacheln. Die Drohgebärden, die für den weltweiten Ölhandel wichtige Straße von Hormus zu schließen - eine selbstmörderische Drohung. Zwar ist Teheran imstande, den Schiffsverkehr mit seinen Schnellbooten zu stören, eine Schließung aber würden sich die USA nicht gefallen lassen.
Im Atomstreit spielt Teheran mit den Nerven Israels, das überlegt, den Iranern mit einem Präventivschlag zuvorzukommen. Doch davon sollten die USA es abbringen. Vor militärischen Optionen muss dem EU-Ölembargo Zeit gegeben werden, zu wirken und Teheran zum Einlenken zu bewegen. Denn der Iran selbst wird die höchsten Einnahmeverluste durch das Embargo ertragen müssen. Der Rest der Welt kann sich da locker entspannen.