FTD.de » Politik » International » Iran stößt leere Drohungen aus

Merken   Drucken   21.02.2012, 11:00 Schriftgröße: AAA

Ölboykott: Iran stößt leere Drohungen aus

Leitartikel Kein europäisches Land muss ausbleibende Öllieferungen aus dem Iran fürchten - am Markt ist genug Öl vorhanden. Am Ende schadet der Boykott nur einem ernsthaft: Iran selbst.
Jetzt ist es an der Zeit, einfach wegzuhören, wenn der Iran wieder mal droht und boykottiert: Denn die Ankündigung, Frankreich und Großbritannien künftig kein Öl liefern zu wollen, ist völlig ohne Bedeutung. De facto decken beide Länder ihren Ölbedarf ohnehin nur zu maximal drei Prozent mit iranischem Öl.
Es gibt keinen realwirtschaftlichen Grund, weshalb der Ölpreis in die Höhe schnellen sollte. Genau das tut er aber, weil Finanzinvestoren auf steigende Ölpreise wetten und die Preisentwicklung auslösen. Und die Märkte auf jede aufgeregte Nachricht aus Teheran reagieren.
Der Öl-Terminal von Neka in Nordiran   Der Öl-Terminal von Neka in Nordiran
Selbst Spanier, Griechen und Italiener, die einen größeren Anteil ihrer Ölimporte aus dem Iran beziehen, müssen nicht vor ausbleibenden Lieferungen zittern, auch wenn der Iran schon vor dem Inkrafttreten des EU-Embargos am 1.Juli die Exporte stoppen sollte. Es ist genügend Öl am Markt, zudem steht Saudi-Arabien wahrscheinlich bereit, zumindest einen Teil der Ausfälle auszugleichen. Zwiespältig wäre allerdings, dass dann an die Stelle eines Schurkenstaats eine andere Diktatur träte.
Der Iran setzt unterdessen alles daran, die Nervosität des Westens anzustacheln. Die Drohgebärden, die für den weltweiten Ölhandel wichtige Straße von Hormus zu schließen - eine selbstmörderische Drohung. Zwar ist Teheran imstande, den Schiffsverkehr mit seinen Schnellbooten zu stören, eine Schließung aber würden sich die USA nicht gefallen lassen.
Im Atomstreit spielt Teheran mit den Nerven Israels, das überlegt, den Iranern mit einem Präventivschlag zuvorzukommen. Doch davon sollten die USA es abbringen. Vor militärischen Optionen muss dem EU-Ölembargo Zeit gegeben werden, zu wirken und Teheran zum Einlenken zu bewegen. Denn der Iran selbst wird die höchsten Einnahmeverluste durch das Embargo ertragen müssen. Der Rest der Welt kann sich da locker entspannen.
  • Aus der FTD vom 21.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Kommentare
  • 22.02.2012 16:04:11 Uhr   hotshot: genau

    Gerade weil der europäische Markt nichts mit BP und Royal Dutch Shell zu tun hat haben wir Benzinpreise von 1,70 €.
    und auch das notiere ich mir auf meiner unsichtbaren schreibmaschiene

  • 22.02.2012 01:12:49 Uhr   Mike: Ölboykott
  • 21.02.2012 18:31:10 Uhr   Manfred Wildberger: Ölboykott
  • 21.02.2012 14:56:16 Uhr   ngass: Einfach falsch
  • 21.02.2012 12:47:02 Uhr   Hans: Zockerwahn
Kommentar schreiben Pflichtfelder*





Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Massaker in Syrien: Russen, bewegt euch endlich!

    Russland stand bisher fest an der Seite des Assad-Regimes. Ob mit Waffen oder mit politischer Rückendeckung, Syrien konnte auf die Russen zählen. Das sollte Moskau schleunigst ändern. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

  26.05. Der Test zu Pfingsten Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?

An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?

Der Test zu Pfingsten: Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Alle Tests

FTD-Wirtschaftswunder Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
 



DEUTSCHLAND

mehr Deutschland

EUROPA

mehr Europa

INTERNATIONAL

mehr International

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote