FTD.de » Politik » International » Fed will bis Ende 2014 an Minizins festhalten

Merken   Drucken   25.01.2012, 22:00 Schriftgröße: AAA

Offenmarktausschuss: Fed will bis Ende 2014 an Minizins festhalten

Die US-Wirtschaft kann sich für längere Zeit auf Nachschub mit billigem Geld einstellen. Die US-Notenbank Federal Reserve verspricht für zwei Jahre einen niedrigen Leitzins - und nennt erstmals ein Inflationsziel.
© Bild: 2012 AFP/WIN MCNAMEE
Die US-Wirtschaft kann sich für längere Zeit auf Nachschub mit billigem Geld einstellen. Die US-Notenbank Federal Reserve verspricht für zwei Jahre einen niedrigen Leitzins - und nennt erstmals ein Inflationsziel. von Wolfgang Proissl  und André Kühnlenz  Frankfurt
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) will an ihrer Nullzinspolitik bis mindestens Ende 2014 festhalten. Die amerikanischen Währungshüter teilten am Mittwochabend nach der Sitzung des entscheidenden Offenmarktausschusses mit, sie würden den Leitzins bei null bis 0,25 Prozent belassen. In der Mitteilung zum Beschluss hieß es zudem, angesichts der schwierigen Konjunkturlage sei vor Ende 2014 nicht mit einer Zinserhöhung zu rechnen.
Das Gebäude der US-Notenbank Fed in Washington   Das Gebäude der US-Notenbank Fed in Washington
Mit ihrem Beschluss geht die Fed deutlich über das hinaus, was sie bislang zur Dauer des Nullzinses gesagt hatte und was die Finanzmärkte erwartet hatten. Vergangenen September hatten sich die Fed und ihr Vorsitzender Ben Bernanke darauf festgelegt, den Leitzins bis Mitte 2013 auf dem aktuellen Tiefstwert zu belassen.
In der Mitteilung begründet die Fed die fortgesetzte äußerst lockere Geldpolitik mit der weiterhin schwachen Konjunktur sowie der hohen Arbeitslosigkeit. "Der Ausschuss erwartet, dass das Wirtschaftswachstum in den kommenden Quartalen gemäßigt sein wird und die Arbeitslosenquote nur schrittweise auf eine Höhe zurückgeführt werden kann, die der Ausschuss als übereinstimmend mit seinem Mandat einschätzt", heißt es.
Kursinformationen und Charts
  Euro 1,32932 USD  [0.00398 +0,30%
Anders als die Europäische Zentralbank (EZB) ist die Fed nicht nur auf Preisstabilität verpflichtet, sondern auch auf ein hohes Beschäftigungsniveau. Die Arbeitslosenquote liegt in den USA derzeit bei 8,5 Prozent.
Erstmals in ihrer fast 100-jährigen Geschichte legte die US-Notenbank ein Inflationsziel von 2,0 Prozent fest. "Solche Klarheit erleichtert es Haushalten, Entscheidungen auf einer guten Informationsbasis zu treffen, und sie reduziert wirtschaftliche und finanzielle Unsicherheiten", erklärte Bernanke den Kurswechsel. Dadurch steige auch die Wirksamkeit der Geldpolitik. Auch die EZB verfolgt ein Inflationsziel von knapp 2,0 Prozent.
Die Fed verzichtete darauf, einen genauen Zielwert bei der Arbeitslosenquote festzulegen. Zur Erklärung verwies Bernanke darauf, dass die Notenbank die Arbeitslosenrate anders als die Inflationsrate durch geldpolitische Entscheidungen nicht direkt beeinflussen könne.
Deshalb legte die Fed lediglich eine Bandbreite von 5,2 Prozent bis 6,0 Prozent als die langfristige natürliche Arbeitslosenrate fest, die der Fed bei ihren Beschlüssen als Orientierungspunkt dienen soll. Die Fed hat sich zur Veröffentlichung dieser Daten entschieden, um wiederholte Vorwürfe zu kontern, die Notenbank sei zu intransparent.
Der Euro machte im Vergleich zum Dollar nach der Fed-Entscheidung seine zwischenzeitlich deutlichen Tagesverluste wieder wett und stieg kurzzeitig auf 1,3101 Dollar, nachdem er bis auf 1,2931 Dollar gerutscht war. Die Aussicht darauf, dass die US-Zinsen länger auf ihrem historischem Tief bleiben, als viele erwartet haben, setzt der US-Währung zu, weil dies die Attraktivität von Dollar-Wertpapieren verringert. So fiel auch die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen nach der Fed-Entscheidung mit einem Schlag um zehn Basispunkte auf 1,96 Prozent. In Europa waren die Aktien- und Anleihenmärkte bereits geschlossen. An den US-Börsen fiel die Reaktion verhalten aus.
09:32:33 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Euro 1,32932 USD   +0,30%  0.00398
  • Aus der FTD vom 26.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Zulieferer Foxconn: Transparenz light bei Apple

    Der Handyhersteller öffnet einem Kamerateam die Pforten zum asiatischen Zulieferer Foxconn. Auf den ersten Blick ein Novum - auf den zweiten Blick aber ein durchsichtiges PR-Manöver. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

  07.02. Wissenstest Kennen Sie Kuba?

Vor 50 Jahren verhängten die USA ein Wirtschaftsembargo gegen den Inselstaat. Es sind die ältesten Sanktionen gegen einen Staat in der neueren Zeit. Was wissen Sie vom Verhältnis Kubas zur Supermacht USA?

Warum verhängten die USA 1962 das Embargo?

Wissenstest: Kennen Sie Kuba?

Alle Tests

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
 



DEUTSCHLAND

mehr Deutschland

EUROPA

mehr Europa

INTERNATIONAL

mehr International

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote