Die im Irak entführte Susanne Osthoff
Der Fahrer war gemeinsam mit Osthoff angeblich gekidnappt worden. Er war auch mit ihr zusammen auf einem Videofilm zu sehen, den die Geiselnehmer kurz nach der Entführung der ARD übergaben. Nach Angaben der Bundesregierung wurde er zu Wochenbeginn ebenfalls freigelassen. Seitdem ist er verschwunden.
Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vermutet Osthoff, Opfer einer Verschwörung geworden zu sein. Neben einer Beteiligung des Fahrer wolle die Bundesanwaltschaft, die in dem Fall ermittelt, auch die Rolle eines Scheichs prüfen, der den Chauffeur und das Auto besorgt hatte. Er soll sich später dem Krisenstab in Berlin als Mittelsmann zur Verfügung gestellt haben und jetzt untergetaucht sein.
Nach Osthoffs Darstellung ist sie bei der Geiselnahme aus dem Auto gezerrt und in den Kofferraum eines Wagens gesperrt worden. Sie sei dann etwa neun Mal in ein anderes Versteck gebracht worden. Sie vermute, dass sich alle Verstecke der Geiselnehmer in und um Bagdad befanden, heißt es in mehreren Berichten. Die Entführer sollen sie nicht misshandelt, sondern relativ anständig behandelt haben.
BND-Mitarbeiter brachte Ermittler auf Osthoffs Spur
Sicherheitskreise gehen davon aus, dass die Entführung von dem sunnitischen Duleimi-Stamm organisiert wurde, berichtet auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Danach stützten sich die Bemühungen zur Freilassung Osthoffs zunächst offenbar maßgeblich auf Angaben eines Mitarbeiters des Bundesnachrichtendienst (BND). Durch ihn habe Osthoff Mitglieder des Duleimi-Stammes kennengelernt, der ihr für ihre Reise von Bagdad in den Norden des Landes Geleitschutz angeboten habe.
Vor ihrer Abfahrt aus Bagdad brachte die deutsche Archäologin dem Bericht zufolge in Begleitung des BND-Mitarbeiters Geld für ihr Ausgrabungsprojekt in Mossul noch zur Bank. Sie habe ihm einen Zettel mit dem Namen des Fahrers und der Autonummer gegeben und sei verschwunden. Als das Video ihrer Entführung drei Tage später auftauchte, habe sich der BND-Mitarbeiter an das Papier erinnert, und die Suche nach Osthoff habe begonnen.