In Palästina herrscht Sorge um den Gesundheitszustand von Mahmud Abbas
Wie Abbas’ Sohn Jassir bestätigte, ist dem Palästinenserpräsidenten am Mittwoch in einem Krankenhaus der jordanischen Hauptstadt Amman ein verengtes Blutgefäß geweitet worden. "Ihm geht es gut. Er ist nicht an Maschinen angeschlossen", sagte Jassir Abbas. Sein Vater werde die Klinik am Donnerstag verlassen können. Abbas hatte sich bereits zuvor in Jordanien einem ähnlichen Eingriff am Herzen unterzogen. Nach dem Tod des früheren Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat im vergangenen Herbst herrscht in Nahost verbeitet Sorge um Abbas.
Gipfeltreffen von Scharon und Abbas noch im Juni
Am Mittwoch hatte Israels Ministerpräsident Ariel Scharon angekündigt, sich am 21. Juni und damit noch vor dem geplanten israelischen Truppenabzug aus dem Gazastreifen mit Abbas treffen zu wollen. Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat bestätigte den Termin. Abbas wolle den palästinensischen Gewaltverzicht bei dem Treffen zu untermauern, sagte Erekat. Es werde alles getan, damit der Gipfel ein Erfolg werde. Einen Ort für das Treffen nannten beide Seiten noch nicht.
Bei dem Gipfel soll es nach israelischen Angaben um die Koordinierung des für August geplanten israelischen Abzugs aus dem Gazastreifen gehen, für den sich Abbas und Scharon im Februar bei ihrem ersten Gipfeltreffen in Ägypten ausgesprochen hatten. Damals war zudem die Freilassung von 900 palästinensischen Häftlingen vereinbart worden.
Israel lässt 400 Palästinenser frei
Nach einer ersten Freilassungswelle hat Israel am Donnerstagmorgen nun weitere 400 Gefangene auf freien Fuß gesetzt. Sie sollen im Lauf des Tages an Grenzübergängen zum Gazastreifen und im Westjordanland abgesetzt werden, teilten die israelischen Behörden mit.
Die Palästinenser-Regierung kritisierte den Schritt jedoch als reinen PR-Gag. Jene Häftlinge, auf die die Palästinenser schon lange warteten, kämen auch dieses Mal nicht frei. In israelischen Gefängnissen sitzen insgesamt 8000 palästinensische Häftlinge. Die Gefangenenfrage gilt als ein zentraler Punkt für den gesamten Friedensprozess.