Müdigkeit ist keine Ausrede: Chinesische Grundschüler in Nanjing stehen am ersten Tag des Semesters ordentlich in Reih und Glied auf dem Schulhof
Auch andere ostasiatische Staaten landen bei der Pisa-Studie, die gestern weltweit vorgestellt wurde, in der Spitzengruppe. So erzielen etwa Korea, Hongkong und Singapur herausragende Werte in allen Kategorien. Deutschland hingegen liegt, trotz leichter Verbesserungen, deutlich dahinter. So erreichten deutsche Neuntklässler im Lesen 497 Punkte, gleichaltrige Schüler aus Schanghai 556.
Dieser Unterschied entspricht einem Wissensvorsprung von mehr als einem Schuljahr. Besonders auffällig ist der Abstand in Mathematik. Hier holten Chinesen 600 Punkte, die Deutschen 513. Auch in den für die Innovationsfähigkeit eines Landes so wichtigen Naturwissenschaften klaffen zwischen den asiatischen Ländern und Deutschland mindestens 20 Punkte.
Und nicht nur bei den reinen Schulleistungen schneidet Asien besser ab: Die Spitzenländer erzielen die höchsten Lernzuwächse, sie haben die meisten Schüler auf höchstem Kompetenzniveau, und es gelingt ihnen, auch Kinder aus sozial schwachen Familien zu hohen Leistungen zu bringen - was Deutschland nicht schafft.