Die Demonstranten der kapitalismuskritischen Occupy-Bewegung stecken ihr Terrain in Davos ab
Aber die neue Ära der Sparsamkeit hat uns in diese immer engere Position gezwängt, in jene Mittelschicht, die nicht mehr darauf vertrauen kann, dass ihre Anführer unsere Zukunft absichern. Die Politiker halten an denselben gescheiterten Strategien fest, und wir können uns plötzlich nicht mehr sicher sein, dass wir irgendwann einmal auf einem Podium mit Sharon Stone sitzen oder von einem Schweizer Sicherheitsmann abgetastet werden. Früher dachten wir, unsere Anführer sind schlauer als wir und haben die Antwort auf die Probleme der Welt. Heute wissen wir, dass es ebenso gut sein kann, dass sie es gründlich vermasseln. Warum sollten wir also so optimale Gelegenheiten zum Netzwerken wie Davos nur dieser kleinen Gruppe überlassen?
Zum ersten Mal seit einer Generation fragen sich Manager der mittleren Führungsebene, ob sie es wohl je nach Davos schaffen. Und noch schlimmer: Wir befürchten, dass es auch unsere Kinder nie so weit bringen. Wir haben jede Menge Schulden gemacht, um unsere Kinder an die besten Unis zu schicken - immer in der Hoffnung, dass sie irgendwann in die Google-Liga aufsteigen. Heute ist das eine betrogene Generation.
Unsere Belagerung startet kurz vor Beginn der Konferenz. Die Unterbringung ist ein kleines Problem, denn die Chalets sind schon weit im Voraus ausgebucht. Aber wir haben eine Lösung: Ein Inuit-Team ist bereit, uns ein Igludorf zu bauen, direkt bei der Schatzalp. Dann sind wir optimal positioniert, um die Delegierten zu belästigen, wenn sie auf der Suche nach dem nächsten Event durch den Schnee stapfen. Wir bräuchten noch Freiwillige für die 24-Stunden-Glühweinküche und zum Austeilen von Knicklichtern. Und nach der Demo fügen wir uns alle gegenseitig zu unseren Linkedin-Netzwerken hinzu.