Und zwar unbewaffnet, wie es das Assad-Regime zur Auflage gemacht hat. Nur Schutzkleidung ist erlaubt, die gegen schwere Waffen allenfalls psychologisch beruhigt. Kein Wunder, dass es schwierig für die Uno ist, dafür genügend Leute zu finden.
Gäbe es eine andere Möglichkeit in der verfahrenen Situation, so müsste man einen so schwierigen Auftrag ablehnen. Doch für die internationale Staatengemeinschaft gibt es derzeit kein anderes Mittel, die Gewalt in Syrien wenigstens einzudämmen. Die Mission darf nicht scheitern; insofern ist auch das Engagement der Bundeswehr - unter Bauchschmerzen - akzeptabel.
Nur sollte die Bundesregierung keinesfalls verschweigen, wie gefährlich der Einsatz für Leib und Leben der Bundeswehrsoldaten wäre: Diese sollen überwachen, dass sowohl der Waffenstillstand als auch der Sechs-Punkte-Plan eingehalten werden. Annan selbst bezeichnete die Situation in Syrien kürzlich als bürgerkriegsähnlich, und es bedarf keiner großen Fantasie, sich vorzustellen, dass die Uno-Beobachter zwischen die Fronten geraten könnten. Wie zur Bestätigung explodierte am Mittwoch in unmittelbarer Nähe eines Uno-Fahrzeugs eine Bombe. Mehrere syrische Soldaten wurden verletzt.
Für Deutsche wäre der Einsatz besonders brisant. Die Bundesregierung hatte die Ablösung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad gefordert, deutsche Beobachter könnten vor diesem Hintergrund als Staatsfeinde gesehen werden.
Doch es zeigt sich jetzt schon, dass dort, wo Beobachter sind, die Gewalt zumindest nachlässt. Und das, obwohl erst 60 von 300 vorgesehenen Experten vor Ort sind. Die Mission ist also durchaus sinnvoll - und jeder Experte zählt.