Teilnehmer des Weltsozialforums campieren unter Bannern in Porto Alegre
"Ich bin das erste Mal beim Weltsozialforum", sagt Juliano. "Es war an der Zeit." Ihn treibt vor allem die Frage um, wie er sein Leben im Einklang mit der Natur gestalten kann. "Deswegen will ich ins Dorf des Friedens, ich glaube, wir können dort ein Vorbild sein für die ganze Welt."
Doch was Juliano auf seinem Weg sieht, stößt ihn ab. Er kommt an den Ständen der "solidarischen Wirtschaft" vorbei, die gerade aufgebaut werden - Buden, in denen die Dose Pepsi für umgerechnet 2 Euro verkauft wird. Ideologische Scheu gegenüber Großkonzernen hat man hier wenig. Das Weltsozialforum lässt sich auch vom brasilianischen Ölgiganten Petrobras sponsern. "Die meisten Leute hier machen sich über so etwas keine Gedanken", schimpft Juliano.
Im Friedensdorf hingegen will man das alles besser machen. Als Toilette dient ein Bananenbaum, da er - so der Plan - auch sehr schmutziges Wasser filtert. Man könne also problemlos darunter sein Geschäft verrichten, sagt Juliano, und dann mit Wasser, am besten vermischt mit Sägespänen, nachspülen. Ganz ohne Chemie. Doch als Juliano am Wegesrand einen Mann sieht, der nur eine Unterhose trägt, kommen auch ihm Zweifel. "O Gott, ich hoffe, das sind nicht alles Freaks da", sagt er. "Und hoffentlich gibt es Internet."