Geboren am 4. August 1961 wuchs der Sohn eines schwarzen kenianischen Austauschstudenten und einer weißen Amerikanerin auf Hawaii auf. Nach der Trennung der Eltern 1964 heiratete die Mutter einen Indonesier, die Familie zog nach Jakarta, wo Obama bis 1971 auf die Schule ging. Danach lebte er bei seinen Großeltern mütterlicherseits in Hawaii auf.
Nach einem Politikstudium in New York, Sozialarbeit in Chicago und einem Jurastudium an der Eliteuniversität Harvard lehrte Obama an der Universität von Chicago Rechtswissenschaft - und bereitete sich auf seine politische Karriere vor. 1996 schaffte er den Sprung in den Senat des Bundesstaates Illinois, 2004 in den US-Senat und zog Washington.
Bereits im Februar 2007 kündigte Obama seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur an, galt zunächst jedoch als hoffnungsloser Außenseiter. Wahlexperten waren überzeugt, dass Obama gegen die ehemalige First Lady Hillary Clinton keine Chance habe.
Doch mit seiner rhetorischen Brillanz und den vagen wie eingängigen: "Hoffnung", "Wandel" und "Versöhnung" fesselte der Kandidat US-Bürger und die Weltöffentlichkeit.
Verkünder einer neuen Ära von Verantwortung und Frieden
Am 20. Januar 2009 wurde Obama in Washington als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. In seiner ersten Rede schwor er seine Landsleute auf einen Neuanfang in Amerika ein und forderte "eine neue Ära" von Verantwortung und Frieden.
Obama gilt als nachdenklicher, pragmatischer linksliberaler Politiker, der die ritualhaften Parteienstreitereien in Washington überwinden will. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Beschränkung des Einflusses der Lobbyisten und höhere Steuern für Wohlhabende. Obama will die US-Truppen aus dem Irak zurückziehen, von den Europäern erwartet er aber ein stärkeres Engagement in Afghanistan.
Doch mit den nach wie vor schwelenden Konflikten um die Atomprogramme Nordkoras und des Iran, stehen dem Abrüstungsbefürworter noch große Bewährungsproben bevor. Die Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis bestärkt den US-Präsidenten jedoch darin, seinem eingeschlagenen Kurs der diplomatischen Auseinandersetzung treu zu bleiben.