Wladimir Putin warf westeuropäischen Behörden vor, russische Investoren zu diskriminieren
Die Beilage ist Teil einer Kampagne, mit der Russland weltweit versucht, sein Image aufzubessern. Schon seit einiger Zeit erscheinen ähnliche Blätter in Frankreich, Spanien, den USA und anderen Staaten - meist als Zugabe zu großen Tageszeitungen und immer aufwendig in Russland produziert. Äußerlich wahren die Beilagen den Anschein eines journalistischen Produkts, auch kritische Beiträge kommen vor. Das Ziel aber ist eindeutig: "Im Ausland wird oft nicht das vollständige Bild von Russland gezeigt", sagt Jewgenia Tomilowa, Marketingleiterin des Projekts in Moskau. "Das möchten wir ändern." Nach Ansicht von Artjom Sagorodnow, der die internationalen Beilagen betreut, fehlt es im Westen an Beiträgen über "positive Entwicklungen" in Russland, zum Beispiel über die aufstrebende Mittelschicht des Landes.
Das äußere Erscheinungsbild Russlands treibt die Politik schon seit Längerem um. Internationale PR-Agenturen kümmern sich mit viel Geld um das Image. Doch in Moskau bleibt man unzufrieden. "Russland funktioniert oft wie eine Antimarke", sagt Konstantin Kossatschow, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma. "Große Ereignisse werden zu unserem Nachteil gedeutet." Als Beispiele für seine These dienen dem erfahrenen Außenpolitiker Konflikte wie der Georgienkrieg, die Berichterstattung über ermordete Journalisten oder die Kritik an mangelnder Vergangenheitsbewältigung in Russland. "Da gibt es eine Informationskampagne, mit der Realpolitik gegen uns betrieben wird", sagt Kossatschow.