Silvio Berlusconi, nicht mehr ganz so unantastbar
"Südkurier" (Konstanz) "Der bisher so Unantastbare, der stets die "linke Justiz" der Hetze gegen ihn beschuldigen konnte, steht mit dem Rücken zur Wand. Die Bewunderung, die das Land so viele Jahre dem windigen und wendigen Selfmade-Milliardär entgegen brachte, schlägt um in Verachtung. So lange der Regierungschef mit Frauen verkehrte, zeigte das Volk Langmut. Sex mit Minderjährigen ist für die kinderliebenden Italiener unverzeihlich. Basta!, heißt es endlich. Ein Kernland Europas kann beweisen, dass vor dem Gesetz doch alle Menschen gleich sind."
"Badische Zeitung" (Freiburg)
"Was dramatisch und medienwirksam aussieht, könnte doch ein Vorwand für Berlusconis Anwälte sein, die Richterinnen wegen Befangenheit abzulehnen; ganz zu schweigen davon, dass sie ohnehin nicht das Gericht in Mailand für zuständig halten. Und Berlusconi selbst? Er kann ab und an Termine als Regierungschef vorschützen, um den Prozess zu verzögern. Eines gilt in Italien jedenfalls als ausgeschlossen: ein Rücktritt Berlusconis. Er sieht sich verfolgt von einer linken Richterschaft und will den Kampf gegen sie führen - dafür nimmt er es in Kauf, den Ruf Italiens in aller Welt zu ruinieren.sind. So muss es für den Signore aus Mailand heißen: Arriverderci Roma!"
"Neuen Presse" (Hannover)
"Na so was! Da haben wir uns jahrelang verwundert die Äuglein gerieben und ungläubig Silvio Berlusconis Bella Italia bestaunt, in dem ein Medienmogul gleichzeitig Regierungschef, mutmaßlicher Mafiafreund und Steuerhinterzieher sein kann. Und nun fällt eben dieser Mann über Bunga-Bunga-Partys? Das wäre zu schön, um wahr zu sein."