Rechte Republikaner:Das radikale Trio der Tea Party
Eric Cantor, Michele Bachmann und Joe Walsh sind erzkonservativ, ehrgeizig, und sie wollen ihren Anhängern vor allem eines demonstrieren: Unbeugsamkeit. von Matthias Ruch, New York
Sie sind die Unbeugsamen. Sie stehen zu ihren Prinzipien und Versprechen, sie wollen das Land bewahren vor Überschuldung und Sozialismus - um jeden Preis. So jedenfalls sehen sie sich selbst, die Abgeordneten der Tea Party. Und so lehnen sie strikt jeden Kompromiss mit der verhassten Regierung ab. Als Ikone der Bewegung galt anfangs Sarah Palin aus Alaska. Doch während der Blockade gegen eine Anhebung der Schuldengrenze profilierten sich andere:
Der 48-Jährige sitzt seit zehn Jahren für Virginia im Kongress. Er stieg dort zunächst zum Parlamentarischen Geschäftsführer auf und ist nun Fraktionschef. Ursprünglich sollte er 2008 sogar neben John McCain als Vizepräsident kandidieren, doch dann schickte die Partei lieber die schillernde Sarah Palin ins Rennen. In den eigenen Reihen gilt Cantor als "stahlharter Zuchtmeister", der mit großem Talent Mehrheiten organisieren und die eigenen Ziele durchsetzen kann.
Der Jurist ist unter den Republikanern der einzige Abgeordnete jüdischen Glaubens und hat sich öffentlich noch nicht durch peinliche Auftritte blamiert. Unter seinen Gegnern gilt der Ultrakonservative als "Glaubenskrieger", innerhalb der Tea Party als ehrgeiziger Aufsteiger, der nun seine Chance nutzt, sich mit radikalen Positionen zu profilieren.
Die 55-Jährige aus Minnesota will erste Präsidentin der USA werden. Inhaltlich hat sie sich bislang vor allem durch Hasstiraden gegen Abtreibung und Homosexuelle profiliert - und beruft sich dabei stets ausdrücklich auf ihren tiefen christlichen Glauben. Bachmann ist Juristin, Expertin für Steuerrecht und behauptet von sich selbst, sie habe ein "Rückgrat aus Titan". Schon während der Rezession war sie bei ihrem Nein geblieben: Nein zur Bankenrettung, Nein zum Konjunkturpaket und Nein zu den Hilfen für die US-Autoindustrie.
Sie ist stets elegant gekleidet, hat fünf Kinder und 23 Pflegekinder, denen sie streng evangelische Werte vorgibt. Für Bachmann sind Prinzipien wichtiger als praktische politische Erfolge. Damit spaltet sie nicht nur Amerika, sondern auch die eigene Partei. Dass sie tatsächlich im Wahlkampf 2012 gegen Präsident Obama antreten könnte, erfüllt gemäßigte Republikaner mit großer Sorge. Ein drastischer Rechtsruck der Partei könnte am Ende vor allem einem nutzen: Barack Obama.
Der 40-jährige Abgeordnete aus Illinois ist der Mann fürs Grobe. Er beschimpft Obama öffentlich als Lügner, lässt Details aber lieber außen vor. Anders als Cantor und Bachmann gilt er nicht gerade als gebildet. Lautstark polemisiert Walsh gegen "überhöhte Sozialleistungen", gegen höhere Staatsschulden - und für Steuergeschenke zugunsten der Reichen.
Walsh ist zum zweiten Mal verheiratet und gerät wegen eines juristischen Streites mit seiner ersten Frau zunehmend in die Kritik: Er soll zu wenig Unterhalt für seine Kinder gezahlt haben. Dieser Vorwurf kommt, ebenso wie seine Scheidung, unter den christlichen Fundamentalisten in den eigenen Reihen nicht gut an.
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