So wurde der vermeintliche Staatsstreich von 2003 angeblich aufgedeckt, als CDs mit detaillierten Plänen (inklusive Tötungsteams und Bombenanschlägen auf zwei Moscheen) einer Zeitung übergeben wurden, die zu den radikalen Gegnern des Militärs gehört. Von den Hunderten ranghoher Offiziere, die zu der Zeit im Amt waren, hat keiner eingestanden, diese Pläne gekannt zu haben.
Es ist ganz offensichtlich, dass Personen, die die Offiziere belasten wollten, die fraglichen Unterlagen frühestens 2008 produziert haben. Die Umsturzunterlagen strotzen etwa von Verweisen auf Einheiten, die 2003 noch gar nicht existierten, sowie auf Entwicklungen, die erst später stattfanden.
Die Staatsanwaltschaft hat wenig Interesse an diesen Diskrepanzen gezeigt und ihr Bestes getan, noch vor Verfahrensbeginn die vermeintlichen Verschwörer ins Gefängnis zu werfen. Erdogan schüttete noch Benzin ins Feuer mit seiner Aussage, er habe damals von den Umsturzplänen gewusst, sie aber nicht weiter beachtet.