Am Sonntag hatte sich Medwedew ganz loyal gegenüber seinem Mentor gezeigt, als er ankündigte, in der Außenpolitik die Positionen Putins beibehalten zu wollen. Der Nachfolger Putins verwies auf die Situation im Kosovo und den geplanten Raketenschild der USA. "Wir sollten eine unabhängige Außenpolitik verfolgen, die, die wir in den vergangenen acht Jahren hatten", sagte er. Das Hauptziel müsse sein, "unsere nationalen Interessen an allen Fronten zu schützen".
OSZE-Wahlbeobachter verweigerten die Kooperation mit Russland
Die Wahlbeobachter des Europarats haben den Verlauf der Präsidentenwahl in Russland kritisiert. Die demokratische Fairness der Abstimmung sei zweifelhaft, sagte Andreas Gross, Chef der von der Parlamentarischen Versammlung des Europarats (Pace) gestellten Gruppe, am Montag bei der Vorlage seines Berichts. Bei der Abstimmung am Sonntag seien dieselben Mängel zu beobachten gewesen wie bei der Parlamentswahl im Dezember.
Schon den Wahlkampf hatte der Europarat als unfair kritisiert. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat aus Protest gegen die Bedingungen der Regierung in Moskau keine Wahlbeobachter nach Russland geschickt.
Medwedew hatte die international kritisierte Wahl für demokratisch befunden. Kommunistenchef Gennadi Sjuganow lag kurz vor Ende der Auszählung bei 17,84 Prozent der Stimmen, der Nationalpopulist Wladimir Schirinowski bei 9,43 Prozent und der Einzelkandidat Andrej Bogdanow bei 1,28 Prozent.
Mit seiner für Mai geplanten Amtseinführung wird Medwedew der jüngste Führer des Landes seit Zarenzeiten. Putin durfte nach zwei Amtszeiten in Folge als Präsident gemäß Verfassung nicht wieder kandidieren. Der neue Präsident soll am 7. Mai sein Amt antreten, wie die Nachrichtenagentur ITAR-Tass berichtete.