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  FTD-Serie: Spur der Verwüstung

Hurrikan "Katrina" hat mit seiner Wucht im Süden der USA ganze Städte ausgelöscht, tausende Menschen kamen ums Leben. Der Schaden ist gigantisch. Alle Nachrichten, Bilderserien und Hintergründe hier auf einen Blick.

Merken   Drucken   04.09.2005, 21:30 Schriftgröße: AAA

Schäden durch Hurrikan höher als befürchtet

Der Hurrikan "Katrina" hat weit größere Schäden verursacht als bislang befürchtet. Nach Schätzungen des Spezialunternehmens Risk Management Solutions (RMS) belaufen sich die Gesamtschäden an Gebäuden und Infrastruktur sowie die Verluste durch Produktionsausfälle auf 100 Mrd. $. von Von Hubert Wetzel, New Orleans, Herbert Fromme, Köln, und Mark Schieritz, Frankfurt
Die US-Nationalgarde bei Aufräumarbeiten vor dem Superdome in New ...   Die US-Nationalgarde bei Aufräumarbeiten vor dem Superdome in New Orleans
Unmittelbar nach der Flut hatten sich die Schadensschätzungen noch bei etwa 50 Mrd. $ bewegt. Volkswirte befürchten, dass der hohe Ölpreis die Weltwirtschaft empfindlich bremst.
Nach offiziellen Angaben sind mehrere Tausend Menschen ums Leben gekommen, eine Million obdachlos. Mindestens 350.000 Häuser seien zerstört worden. Wie es hieß, wird das Wasser aus den meterhoch überfluteten Stadtteilen von New Orleans frühestens in drei Monaten abgepumpt sein. Erst dann sei zu erkennen, wie viele Leichen noch in den Häusern lägen. Die Evakuierung der Schutzstätten Superdome und Convention Center, in denen sich mehr als 30.000 Menschen aufgehalten hatten, war am Sonntag abgeschlossen. Auch die Sicherheit in der Stadt ist inzwischen durch den Einsatz Tausender Nationalgardisten und Polizisten weitgehend garantiert.
Präsident Bush unter Druck
Angesichts der Kritik am Krisenmanagement der US-Behörden gerät Präsident George W. Bush, dessen Zustimmungsraten sich ohnehin auf einem Rekordtief bewegen, zunehmend unter Druck. Der stellvertretende Polizeichef von New Orleans, W.S. Riley, warf den Bundesbehörden vor, zu spät reagiert zu haben. Bush kündigte für Montag einen weiteren Besuch in dem Krisengebiet an, um Kritiker zu besänftigen.
Bilderserie: Apokalypse in New Orleans
Ökonomen fürchten, dass der starke Anstieg der Öl- und Benzinpreise infolge des Hurrikans der Weltwirtschaft einen Dämpfer zu verpassen droht. "Die Situation sieht zunehmend nach einem traditionellen Energiepreisschock aus", sagte Bruce Kasman, Volkswirt bei JP Morgan. Die Experten des Versicherers Allianz fürchten, dass in Deutschland der Preis für Normalbenzin auf 1,50 Euro steigen könnte.
Reste von Strandhäusern am Bienville Boulevard auf Dauphin Island   Reste von Strandhäusern am Bienville Boulevard auf Dauphin Island
US-Finanzminister John Snow versuchte, solche Sorgen um die Konjunktur zu dämpfen. Er sagte, es werde nur zu vorübergehenden Einbußen kommen. "Der Wachstumspfad wird für ein Quartal oder so unterbrochen sein."
Die großen Rückversicherer beginnen inzwischen, ihre ersten Prognosen zu korrigieren. Beim Weltmarktführer Münchener Rück  hieß es, die Belastung könnte möglicherweise höher ausfallen als die vor einer Woche genannten 400 Mio. Euro Rückzahlungen.
  • Aus der FTD vom 05.09.2005
    © 2005 Financial Times Deutschland,
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