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28.06.2011, 11:39
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Schuldenkrise:
Chinas leere Versprechungen
Der Ministerpräsident der Volksrepublik ist auf Europareise und macht klammen EU-Ländern großzügige Hilfsangebote - die Begeisterung darüber ist groß. Doch Vorsicht: Den Verheißungen der Chinesen folgt meist wenig.
von Raniah Salloum und Martin Kaelble, Berlin
und Peter Ehrlich Brüssel
An Charme lassen es die Chinesen in diesen Tagen nicht fehlen. Ministerpräsident Wen Jiabao ist auf Europareise und großzügig mit Komplimenten und Versprechungen. Griechenland vor dem Abgrund, Euro-Krise? Ein Kavalier, wer davon schweigt. Stattdessen versichert Wen, man habe "Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung Europas" und werde "als langfristiger Investor in Staatsschulden" den Europäern zur Seite zu stehen.
Der Eindruck trügt: Der chinesische Premierminister Wen Jiabao, hier in London bei einem Ehrenempfang mit dem britischen Premier David Cameron, ist kein Big Spender
Der ungarische Staatschef Viktor Orban ist über Chinas Zusicherung, "eine gewisse Summe" ungarische Wertpapiere zu kaufen, sogar so aus dem Häuschen, dass er das Land kurzerhand zum "strategischen Partner" ausruft. Auf die Frage, ob denn auch über ideologische Unterschiede gesprochen wurde, sagt Orban nur: "Wir Ungarn ziehen vor China unseren Hut."
Da der Handlungsspielraum vieler Industriestaaten durch eine wachsende Staatsverschuldung eingeschränkt ist, kommt China vielen Regierungen als Helfer in der Not sehr gelegen. So hat Peking vor einem halben Jahr Spanien, Portugal und Griechenland Milliardenkredite versprochen. Doch den Ankündigungen scheinen bislang kaum Taten gefolgt zu sein. China agiert deutlich vorsichtiger als einst während der weltweiten Finanzkrise. Damals investierte das Land in angeschlagene Banken - um anschließend Verluste einfahren zu müssen. Dieses Mal schauen die Chinesen lieber genauer hin.
Von Spanien etwa könnte Nicht-Euro-Staat Ungarn lernen, nicht jedes Versprechen für bare Münze zu nehmen. Im Januar hofierte Wen die Spanier als "Chinas besten Freund in Europa" und versprach eine "aktive Rolle" bei der Schuldenbekämpfung. Doch als der spanische Staatschef José Luis Zapatero stolz verkündete, China wolle für 9 Mrd. Dollar spanische Staatsanleihen kaufen, war Peking plötzlich still. Zapatero musste einräumen, es habe sich um ein "Kommunikationsproblem" gehandelt. Wie viel China dann tatsächlich investiert hat - unbekannt. Gleiches gilt für Portugal und Griechenland, denen Peking ebenfalls Milliardenversprechungen machte.
"Leider haben wir keinen systematischen Überblick über das chinesische Engagement", sagt Ulrich Kater, Chefsvolkswirt der Dekabank. Am präzisesten sind die Zahlen der Nachrichtenagentur Reuters - und da heißt es, China habe "für viele Milliarden Euro" Staatsanleihen klammer Euro-Staaten gekauft. Und für diese Anleihen scheine Peking schon jetzt nach Wegen zu suchen, glimpflich bei einer Restrukturierung davonzukommen, sagt Daniel Gros, Leiter des Brüsseler Thinktanks CEPS.
Teil 2: China will eine stabile Euro-Zone
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Aus der FTD vom 28.06.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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