Der IWF erwartet, dass Staaten wegen der Euro-Krise und ihrer Folgen in den kommenden zwei Jahren zusätzliche Rettungskredite von insgesamt 1000 Mrd. Dollar nachfragen werden. Deshalb will der Fonds seine Ausleihkapazität um 500 Mrd. Dollar erhöhen. Weitere 100 Mrd. Dollar sollen als Sicherheitspuffer dienen. Die zusammen 600 Mrd. Dollar sollen aus bilateralen Zahlungen der IWF-Mitgliedsstaaten kommen.
Würde es bei den schon zugesagten 150 Mrd. Euro (192 Mrd. Dollar) der Europäer bleiben, müssten die Schwellenländer oder die Vereinigten Staaten den Rest übernehmen. Um das Gesamtrisiko abzudecken, fordert der IWF zudem, dass die Europäer 500 Mrd. Dollar außerhalb des Währungsfonds bereithalten - also zum Beispiel über ihre Rettungsschirme.
Vertreter der USA und der Schwellenländer verlangen, dass der IWF die EU stärker in die Pflicht nimmt. "Die Forderung ist, dass die Europäer noch mehr für ihre Finanzbrandmauern tun müssen", hieß es in IWF-Kreisen. China und Brasilien sind dann grundsätzlich zu einem großen Engagement bereit, fordern aber zugleich mehr Einfluss in der Finanzorganisation. US-Präsident Barack Obama will wegen Widerstands im Kongress nicht mehr Geld bereitstellen.