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Merken   Drucken   17.08.2012, 10:41 Schriftgröße: AAA

Schwarze Kassen: US-Börsenaufsicht belangt SAP-Rivalen Oracle

Mitarbeiter des Softwarekonzerns haben in Indien Geld in schwarze Kassen geleitet. Oracle einigt sich mit der Börsenaufsicht SEC und zahlt 2 Mio. Dollar Strafe.
© Bild: 2012 Getty Images/Justin Sullivan
Mitarbeiter des Softwarekonzerns haben in Indien Geld in schwarze Kassen geleitet. Oracle einigt sich mit der Börsenaufsicht SEC und zahlt 2 Mio. Dollar Strafe.

Der SAP -Widersacher Oracle  büßt für Verfehlungen von Mitarbeitern in Indien. Nach Überzeugung der US-Börsenaufsicht SEC hatten diese umgerechnet etwa 2,2 Millionen Dollar aus Aufträgen abgezwackt und in schwarze Kassen geleitet. Es habe das Risiko bestanden, dass "diese Mittel für gesetzeswidrige Zwecke eingesetzt werden wie Bestechung oder Veruntreuung", erklärte die SEC am Donnerstag in Washington.

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Die Aufseher warfen Oracle vor, dass die firmeninternen Kontrollen zu lax gewesen seien. Die Vorgänge ereigneten sich demnach in den Jahren 2005 bis 2007. Um die Sache aus der Welt zu schaffen, hat der Software-Konzern eingewilligt, 2 Millionen Dollar (1,6 Mio Euro) zu zahlen. Oracle bestritt die Vorwürfe dabei weder, noch erkannte das Unternehmen sie an - das ist ein übliches Vorgehen bei Vergleichen in den USA.

Oracle habe Kontrollen eingeführt, die zu den besten in der Branche gehörten, erklärte eine Sprecherin. Das Unternehmen habe selbst im Jahr 2007 die Zahlungen aufgedeckt, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. Anschließend habe Oracle die Vorgänge den staatlichen Stellen gemeldet und mit der SEC bei deren Ermittlungen kooperiert. "Den beteiligten Mitarbeitern wurde gekündigt."

US-Behörden greifen durch: Auch bei Wal-Mart verfolgen sie ...   US-Behörden greifen durch: Auch bei Wal-Mart verfolgen sie Betsechungsvorwürfe bis ins Ausland

US-Behörden verfolgen Korruption auch im Ausland. Gesetzliche Grundlage ist der "Foreign Corrupt Practices Act" oder kurz FCPA. Den langen Arm der US-Justiz bekamen auch schon Daimler  und Siemens  zu spüren, die wegen fragwürdiger Geschäfte in verschiedenen Ländern zur Kasse gebeten wurden. Daimler zahlte vor zwei Jahren 185 Millionen Dollar, Siemens vor vier Jahren 800 Millionen Dollar an die SEC und das US-Justizministerium.

Gerade laufen Ermittlungen gegen den US-Einzelhandelsriesen Wal-Mart . Der Verdacht ist, dass Manager der mexikanischen Tochter Offizielle bestochen haben, um schneller an Baugenehmigungen für neue Läden heranzukommen. Das amerikanische Topmanagement soll davon gewusst und geschwiegen haben.

Gemessen daran ist der Fall Oracle eine Bagatelle. Der Konzern ist die Nummer eins bei Datenbank-Software, drängt mit Übernahmen aber immer tiefer in die Unternehmens-Software vor, mit der Firmen ihre Buchhaltung erledigen oder ihre Kunden verwalten. Daher rührt die Rivalität zu SAP, dem Marktführer in diesem Segment.

Der Streit eskalierte, als Mitarbeiter der mittlerweile geschlossenen SAP-Tochterfirma TomorrowNow im großem Stil unrechtmäßig Updates bei Oracle herunterluden. Oracle klagte 2007 und verlangte einen milliardenschweren Schadenersatz. Die beiden Konzerne haben sich nach einem zermürbenden Prozess darauf verständigt, dass SAP 306 Millionen Dollar an Wiedergutmachung zahlt und die Oracle-Anwaltsrechnung von 120 Millionen Dollar übernimmt.

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  • FTD.de, 17.08.2012
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