Von Hunger bedroht: Kinder in einem Flüchtlingslager in Äthiopien. Hier haben Frauen die Möglichkeit einer Abtreibung
In diesen Tagen erreicht die Weltbevölkerung sieben Milliarden. Um rund 82 Millionen wächst sie jedes Jahr. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl von Deutschland - oder der von Äthiopien. Zwei Ländern mit völlig entgegengesetzter Wachstumsdynamik.
Während Europa altert, weist der ärmste Kontinent die höchste Geburtenrate auf: Jede Afrikanerin bringt im Schnitt fünf Kinder zur Welt. In 40 Jahren wird sich Afrikas Bevölkerung auf 2,3 Milliarden mehr als verdoppeln; auf Uganda kommt bis dahin sogar eine Verdreifachung zu.
Was für die Eltern als Schutz vor Armut gedacht ist - die Kinder sollen für die Alten sorgen -, versperrt für den Kontinent den Weg aus der Unterentwicklung. Auf 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter kommen 84, die so jung sind, dass sie versorgt werden müssen - und für die neue Jobs, mehr Essen, Wasser und Medikamente hermüssen. Jeder zweite Afrikaner ist jünger als 15 Jahre. Das heißt, es gibt auch viele Frauen, die zwar noch sehr jung, aber bereits im gebärfähigen Alter sind.
Zum Gynäkologen Amena kommen auch viele Mädchen unter 18 Jahren, um abzutreiben. Das ist in Äthiopien legal. Der Arzt sagt, er wünsche sich jedoch oft, dass für die jungen Frauen die Schule nicht so bald mit der Hochzeit und der Mutterrolle enden würde.
Es ist vor allem der Bildungsfaktor, der dazu führt, dass viele Experten hohes Bevölkerungswachstum und Wirtschaftsentwicklung für inkompatibel halten. So soll über den Daumen gepeilt ein Kind weniger pro Familie die Wirtschaftsleistung um ein Viertel Prozent steigern: Denn kleinere Familien haben mehr für die Bildung ihrer Sprösslinge übrig.